Wie gerade selber bei eprimo erlebt (Der Abschlagstrick von eprimo.de beim Gasanbieter-Wechsel), langen manche Energieversorger ihren Kunden mit überhöhten Abschlagsforderungen kräftig in die Tasche und sehen den Kunden als zinslose Bank. Das muss man sich aber als Kunde nicht gefallen lassen. Damit  der Energieversorger bei Euch dieses Spiel überhaupt erst nicht anfängt, solltet ihr 3 einfache Schritte befolgen, nachdem ihr den Stromanbieter oder Gasanbieter gewechselt habt:

Anzeige
  1. Berechnet Eure zukünftigen Verbrauchskosten bei Eurem Anbieter, indem ihr die Verbrauchswerte Eurer letzten Jahresabrechnung verwendet. Teilt diesen Wert durch 12, dann habt ihr die faire monatliche Abschlagszahlung. Wenn Ihr Euch besser damit fühlt, am Ende des Jahres nichts zurückzuzahlen, schlagt selber einfach nochmal 10% auf diesen Wert auf.
  2. Schreibt eine eMail an den neuen Versorger, gleich nachdem ihr gewechselt habt, mit der Aufforderung, die Abschlagszahlungen auf den von Euch ausgerechneten Wert festzusetzen. Wichtig: Fordert auch eine schriftliche Bestätigung an und setzt Eurem Anbieter eine Frist (7 Tage sind ausreichend).
  3. Wichtig: Weist in dieser eMail direkt daraufhin, dass ihr ansonsten eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur nach § 111a EnWG einreichen werdet und ggf. ein Schlichtungsverfahren bei der „Schlichtungsstelle Energie“ nach § 111b EnWG beantragen werdet. Dies wäre für Euch in jedem Fall kostenlos. Die Energieversorger sind gesetzlich verpflichtet, sich zu der Beschwerde zu äußern und verpflichtet an einem eventuellen Schlichtungsverfahren teilzunehmen. (Mehr Informationen findet Ihr auf der Webseite der Bundesnetzagentur)

So wird Euer Energieversorger gar nicht erst in Versuchung geraten, zu hohe Abschlagszahlungen zu fordern. Falls Ihr eine Formulierungshilfe braucht: So habe ich meine Email formuliert. In diesem Fall stand am gleichen Tag schon die erste Abbuchung der ersten Abschlagszahlung bevor und konnte laut eprimo nicht mehr geändert werden.


Sehr geehrte Damen und Herren.

Hiermit fordere ich Sie auf, meine Abschlagszahlung auf 34,98€ pro Monat festzusetzen. Dies orientiert sich an meinem letztjährigen Verbrauch von 5500 kWh, einem monatlichen Grundpreis von eprimo von 10€ und einem kWh Preis von 5,45 Cent und damit einem jährlichen Verbrauch von 419,75€. Ich fordere Sie weiterhin auf, mir dies bis zum 7.11.2014 schriftlich per email zu bestätigen. Ebenso fordere ich Sie auf, den zuviel gezahlten Betrag von 51,02€ (86€-34,98€) in November mit den Abschlagszahlungen von Dezember und Januar zu verrechnen. 
 
Sollten Sie mir dies nicht bis zum 7.1.2014 schriftlich per Email bestätigen, werde ich nach  § 111a EnWG
Beschwerde einlegen und danach ggf. ein Schlichtungsverfahren nach § 111b EnWG beantragen.
Nach den weiteren Informationen, die ich durch die Verbraucherzentrale bekommen habe, kann eprimo die Höhe der Abschlagszahlungen nicht einfach frei festsetzen.
„Der Versorger darf die Abschlagszahlung nach § 13 Abs. (1) der GasGVV oder StromGVVfestlegen:
„Diese ist anteilig für den Zeitraum der Abschlagszahlung entsprechend dem Verbrauch im zuletzt abgerechneten Zeitraum zu berechnen. Ist eine solche Berechnung nicht möglich, so bemisst sich die Abschlagszahlung nach dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kunden. Macht der Kunde glaubhaft, dass sein Verbrauch erheblich geringer ist, so ist dies angemessen zu berücksichtigen“.  Und § 13 Abs. (2) lautet: „Ändern sich die allgemeinen Preise, so können die nach der Preisänderung anfallenden Abschlagszahlungen mit dem Vomhundertsatz der Preisänderung entsprechend angepasst werden“.
Anzeige

One Response

Leave a Reply

Your email address will not be published.