Vor ein paar Tagen wurde auf Gründerszene angekündigt, dass man Roman Kirsch, Geschäftsführer bei der lesara GmbH, bei der „Spätschicht“ von Gründerszene.de auf den „heißen Stuhl“ gebeten habe. Einer der Gründe waren unsere Artikel zu lesara, in denen wir  z.B. über unzulässige Streichpreise und Fake Kundentestimonials berichtet hatten. Durch Kommentare zum Artikel wurden wir auf folgenden Fall aufmerksam gemacht.

Auf lesara.de wurden mehrere aufklebbare „Tattoos“ auf Produktseiten angeboten, bei denen nach Aussage eines deutschen Vertriebspartners Werbe- / bzw. Produktphotos von Produkten der amerikanischen Firma Flashtat (www.flashtat.com) widerrechtlich verwendet wurden. (Update 23.12.2014: alle Originalbilder von flashtats wurden in der Zwischenzeit von der Produktseite entfernt: http://www.lesara.de/4er-set-schmuck-tattoos-im-flash-style.html)

Lesara_Produktbilder

Die Originalbilder von Flashtat auf lesara.de am 15.12.2014

Allerdings wurden nach Aussage des Vertriebspartners auf lesara nicht die Produkte von Flashtat verkauft, sondern gleich aussehende von einer anderen Firma. Zwar hat lesara nirgendwo den Name „Flashtat“ erwähnt, aber unseres Erachtens wurde durch die Verwendung der urheberrechtlich geschützten Bilder der Eindruck erweckt, es würde sich hier um Produkte von Flashtat handeln. Graumarktware ist ja generell nichts Ungewöhnliches.

Am 4. Dezember hat sich der deutsche Vertriebspartner  beim Geschäftsführer Roman Kirsch beschwert, am selben Tag hat dieser dann geantwortet und die Bilder von der Plattform nehmen lassen. Die Schuld wurde seitens lesara beim Lieferanten gesehen, der die geklauten Produktfotos als seine Eigenen ausgegeben hat. Wäre es dabei geblieben, hätte es wahrscheinlich diesen Beitrag auf toptestsieger.de nicht gegeben.

Es blieb allerdings nicht dabei,  dieselben Produktfotos waren danach nocheinmal online. Auf die obige Ankündigung auf Gründerszene.de wurden wir am 15. Dezember aufmerksam  und auch erst an diesem Tag seitens des Vertriebspartners auf diesen Fall hingewiesen.

Um die Vorwürfe des Vertriebspartners zu überprüfen, haben wir dann am 16. Dezember eines der Produkte bei lesara.de bestellt. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Originalbilder von Flashtat wieder verwendet.

Gestern, am 18. Dezember, wurde dann das Produkt von lesara.de geliefert, ebenfalls haben wir das zu den Originalbildern gehörende Produkt von Flashtat vom Vertriebspartner leihweise erhalten.

Das Bild spricht eine eindeutige Sprache, wir fühlen uns jedenfalls betrogen, weil es keine Flashtats Originalprodukte (z.B. aus dem Graumarkt) waren, wie durch die Verwendung der Original-Produktbilder durch lesara.de suggeriert wurde, sondern ein No-Name Artikel in einer einfachen Plastikhülle. Links seht ihr das No-Name Produkt von Lesara, rechts das Originalprodukt von Flashtats im ungeöffneten Originalkarton.

Lesara_Produktbilder2

Wer übrigens genauer hinschaut sieht, dass das Produkt doch nicht so ganz ein No-Name Artikel ist. Die Produktbezeichnung ist „IBMA-Lena“. Das entsprechende Produkt von Flashtats heißt „Lena“. Auch hier wird der Käufer unseres Erachtens nach in die Irre geführt.

Lesara_Produktbilder3

Wir werden auf jeden Fall jetzt erstmal die Retoure bei lesara anmelden, um unser Geld zurückzubekommen.

Die Produkte bei lesara.de werden wir weiterhin im Auge behalten und sind für Hinweise auf weitere mögliche problematische Fälle immer dankbar. Und natürlich ist das Thema der nicht zulässigen, weil nicht hinreichend erklärten Streichpreise immer noch nicht vom Tisch, wie man auch bei diesem Produkt wieder sehen kann. Bzgl. der Streichpreise wurde uns übrigens von der Verbraucherzentral Hamburg zugesagt, aktiv zu werden. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Wenn wir von Betrug oder Betrügereien sprechen meinen wir die außerrechtliche Definition des Begriffes auf Wikipedia, „die Vorspiegelung falscher Tatsachen“.

5 Responses

  1. Nina

    Ich beobachte Lesara schon seit einiger Zeit und ich muss sagen, dass bei dem Geschäftsmodell so schnell wie möglich etwas geändert werden muss. Ich weiß nicht, ob die Leute dahinter Erfahrung oder Ahnung haben von dem was sie tun… es ist sehr offensichtlich, dass die Einkäufer entweder keine Lust auf ihren Job haben, [Anmerkung: Angabe von der Redaktion editiert, weil konkrete Zahl so nicht belegbar]und es wird billigste Chinaware angeboten. Hier hätten Anwälten zum Thema Copyright Infringement eine Menge zu tun.

  2. Robert

    Tja… Lesara… habe eine Überraschungsbox mit 3 Produkten im Wert von 100€ für 10€ bestellt und: es waren lediglich 2 Produkte im Paket. Mangelhafter Kundenservice, Mitarbeiter, die anscheinend nicht bis 3 zählen können oder dürfen……. Eine baldige Insolvenz dieses Unternehmens wäre wünschenswert.

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