Erst Dienstag habe ich über das Händlermarketing von Crowdfox berichtet (Crowdfox Erfahrungen – So geht Händlermarketing. Nicht., siehe auch OMR), heute folgt der zweite Crowdfox-Teil. Es geht um eine mehr als unglückliche „Contentmarketing“ Maßnahme von Crowdfox, die in der Wortfilter.de Facebook-Gruppe von Mark Steier hier gepostet wurde. In der Gruppe wurde ein Artikel eines „Blogs“ (der Blog wurde gelöscht, ein Screenshot ist aber noch bei archive.org vorhanden) gepostet, der von einer Erfolgsstory eines ehemaligen Amazon Online-Händlers handelt.

Die reißere Überschrift verspricht viel:

„Händler kündigt Amazon Account und verdient jetzt 10.774 € mehr!“

Auf der Seite berichtet ein „Malte Krüger, 39“ aus Berlin:

„Am Anfang dachte ich, dass dies ein weiterer Traum von Weltverbesserern ist, nach ein wenig Nachforschung habe ich jedoch herausgefunden, dass Crowdfox ein ernst zu nehmendes Unternehmen ist und bereits viele Händler von dem neuen Konzept profitiert haben.

Ich habe mich dann doch zu einer Teilnahme entschlossen – ich hatte auch nichts zu verlieren. 5 Tage später hat mein Telefon geklingelt und ich wurde komplett aufgeklärt. Jetzt habe ich in wenigen Monaten meinen Umsatz um 10.744€ steigern können, ohne dafür mehr zu arbeiten.“

Wie glaubwürdig dieser „Erfahrungsbericht“ ist, konnte man schnell herausfinden:

  • Kein Impressum.
  • Die Domaininhaber der Domain e-commerce-media.com wurde durch einen Domain Privacy Anbieter in den USA, Domains By Proxy, LLC, verschleiert.
  • Auf dem Blog waren ansonsten keine Inhalte zu finden, die Hauptdomain e-commerce-media.com leitete auf den Artikel um
  • Das Bild von „Malte Krüger“ zeigt nicht „Malte Krüger“ sondern „Stefan“ (es ist höchst unwahrscheinlich, dass Stefan einen Zwilling in Berlin hat, genauso unwahrscheinlich ist es, dass Stefan von seinem Glück weiß, Werbefigur von Crowdfox gewesen zu sein.)

Die Identität der Betreiber des Blogs war zwar verschleiert, aber trotzdem konnte ich durch ein bisschen Fleißarbeit recht schnell nachweisen, dass der Blog von Crowdfox betrieben wurde.

Noch bevor ich dazu allerdings einen Artikel schreiben konnte, hat sich Crowdfox selber enttarnt. Daniel Koller, „Head of Brand & Communication“, gab zu, dass Crowdfox Betreiber des Blogs gewesen ist (hier findet ihr den Kommentar)

„Hallo zusammen,
Dieser Blog ist eine Contentmarketing-Maßnahme, welche wir im Marketing angetestet haben. Dass dies (nicht nur, aber auch) im aktuell gegebenen Kontext natürlich nicht gerade gut ankommt, ist uns bewusst, daher haben wir den Blog vorerst offline genommen.Wollten euch nur per Kommentar kurz Bescheid geben und keine „Heimlichtuerei“ betreiben. Im Endeffekt sind wir dankbar für euer Feedback und nehmen uns dieses sehr zu Herzen. Vielen Dank, Daniel von Crowdfox“

Ich weiß nicht, was die Angestellten von Crowdfox für Erfahrungen im Contentmarketing bisher gemacht haben, der Stil des Blogs ist jedenfalls in meinen Augen hochgradig unseriös, unprofessionell und funktioniert höchstens, wenn man dubiose Abnehmpülverchen im Internet verticken will.

Aber ich weiß eines: So geht Contentmarketing nicht.

 

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