Auch wenn ich schon vieles gesehen habe, komme ich doch immer wieder in´s Staunen, welch dubiosen Kuriositäten sich manche Startups (oft auch unnötigerweise) beim Marketing einfallen lassen. Wie z.B. dreamcheaper.com, das von der DreamCheaper Global GmbH betrieben wird, die von den Geschäftsführern Leif Pritzel und Nathan Zielke geleitet wird.

Dreamcheaper wurde von Daniel Engelbarts, dem „Spardetektiv“, beim Sat1-Frühstücksfernsehen im Februar diesen Jahres gelobt. Dreamcheaper war natürlich begeistert und hat im Nachgang zur Sendung eine Anzeige mit dem Bild von Daniel Engelbarts und Zitaten aus der Sendung bei Facebook geschaltet (der als Anzeige beworbene Beitrag ist bei Facebook auch noch weiterhin zu sehen). Diese Anzeige wurde mir mehrere Male eingeblendet und ich bin davon ausgegangen, dass die Nutzung mit Daniel Engelbarts abgesprochen war.

Screenshot Facebook Anzeige 13.06.2017

Heute morgen war ich dann doch recht überrascht, als die Anzeige auf einmal etwas anders aussah. Zwar sprach man im Text noch von Spardetektiv, im Bild wurde dann aber nicht mehr Daniel Engelbarts gezeigt, sondern ein anderer Herr, der laut Bauchbinde der „Preisdetektiv Christoph“ sein soll.

Der Preisdetektiv Christoph? Seit wann gibt es denn einen Preisdetektiv Christoph bei Sat1? Und warum schreibt dreamcheaper dann noch „Spardetektiv“ darüber? Aufgrund der ganzen Fragen habe ich ich mich dann entschlossen, mit ebenfalls detektivischem Spürsinn der Fährte von Christoph zu folgen. Die führte dann mit der Google Bildersuche auf eine Landingpage von dreamcheaper und ließ vermuten, dass Christoph doch nur eine Erfindung von dreamcheaper ist. Denn der Link auf dieser Landingpage führt zum Originalvideo mit Daniel Engelbarts und der Hintergrund des Screenshots zeigt exakt denselben Hintergrund zu exakt derselben Uhrzeit wie im Originalvideo. Auch eine Internetsuche nach dem Preisdetektiv Christoph blieb erfolglos.

Stellungnahme von dreamcheaper

Um zu verstehen, welchen Sinn es macht, eine durchweg positive Erwähnung in einem der größten deutschen Fernsehsender mit einem „gephotoshoppten“ Fake-Detektiv zu bewerben, habe ich dann einen der beiden Geschäftsführer von Dreamcheaper, Leif Pritzel, per Email um Stellungnahme gebeten, die dieser mir auch postwendend geschickt hat:

„Der Spardetektiv Daniel Engelbarts hat uns im Sat1-Frühstücksfernsehen empfohlen. Das hat uns sehr gefreut und sehr gern würden wir natürlich auf das Video verweisen. Sat1 hat sich aber leider nicht damit einverstanden erklärt, dass wir das Video unmittelbar einbinden. Gegen einen Screenshot hatte Sat 1 aber nichts einzuwenden, allerdings widersprach Daniel Engelbarts der Nutzung seines Bildnisses in dem Screenshot und verwies auf sein Persönlichkeitsrecht. Wie sich herausstellte, hatte Sat1 nicht alle Recht an dem Bildmaterial. Das Ergebnis dieser rechtlichen Odyssee ist jetzt der von Ihnen angesprochene Screenshot, der allen betroffenen Parteien gerecht wird und inhaltlich komplett dem Original entspricht. Statt dem echten Spardetektiv sieht man dort ein Fotomodel.“

Original vs. Fake

Dass jemand ernsthaft behauptet, dass ein manipulierter Fernseh-Screenshot mit einem erfundenen „Preisdetektiv Christoph“ „inhaltlich komplett dem Original entspricht“ finde ich doch nun sehr überraschend. Genauso überraschend, wie ich es abstrus finde, dass man überhaupt auf diese Idee kommt, geschweige denn, dass man wirklich damit wirbt. Und ich bezweifele ernsthaft, dass es Sat1 oder Daniel Engelbarts gerecht wird, wenn so mit dem „Spardetektiv“ geworben wird.

 

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