Wie schon zuvor berichtet, ist lesara nicht nur durch extrem schlechte Bewertungen bei mehreren Bewertungsportalen und Fake Kundentestimonials negativ
aufgefallen, sondern vor allem durch scheinbar erfundene Streichpreise. Auch Online-haendlernews.de hat unsere Zweifel aufgenommen. 

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Auf Nachfrage gab lesara.de zwar an, die Streichpreise seien Marktpreise. Wir aber zweifeln an, dass es rechtlich einwandfrei sein kann, wenn ein Online-Shop
einen Streichpreis ohne jeglichen Kommentar auf der Produktseite bewirbt, der für den Konsumenten überhaupt nicht nachvollziehbar ist.

Lesara bleibt aber weiterhin bei seiner Taktik, dem Kunden Ramschware als tolles Schnäppchen verkaufen zu wollen. Erst heute
wurden wir im Lesara Newsletter wieder auf eine besondere Perle aufmerksam gemacht:

Ein „Mehrsträngiges Leder-Armband Unisex“ 

Zu günstigen 4,99€ statt 49,99€ für 1 Armband entweder in Braun oder Schwarz (+4,95€ Versandkosten) Der Verbraucher kann hier enorme „90%“ sparen.

Lesara_fake_streichpreis_1

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Ein guter Deal? Nein. Nach 10 Sekunden Internetrecherche findet man den gleichen Artikel auf amazon.

Hier kosten 2 Armbänder, eines in Schwarz UND eines in Braun, 1,99€ + 4,79€ Versandkosten

Amazon_Vergleichspreis

Nachvollziehbarer Streichpreis? Nein! Wir können auf der Produktseite nicht erkennen, worauf sich der Streichpreis bezieht. Selbst wenn wir den Artikel im Internet recherchieren finden wir keinen anderen Shop der solch einen überzogenen Preis von 49,99€ fordert.

Die Bewerbung mit diesen Streichpreisen erinnert uns jedenfalls extrem an den Paragraphen zur „Strafbaren Werbung“ im UWG, dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

http://dejure.org/gesetze/UWG/16.html

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Dort heißt es in § 16 „Strafbare Werbung“

„(1) Wer in der Absicht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen, in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, durch unwahre Angaben irreführend wirbt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Wir holen die Checkliste raus:

– Anschein eines besonders günstigen Angebotes wird hervorgerufen? – Ja
– öffentliche Bekanntmachungen? – Ja, schließlich werden die lesara Angebote auf Facebook und der Webseite aktiv und öffentlich beworben
– unwahre Angabe? – Unserer Meinung nach ja, denn der Streichpreis wird vom Verbraucher als echter, vorher einmal geforderter Preis verstanden, siehe aber auch weiter unten
– irreführend? – Unserer Meinung nach ja, denn der Verbraucher wird im Unklaren gelassen, woher dieser Streichpreis stammt. Auf Versandhandelsrecht.de heißt es zum Thema irreführende Werbung: 

„Die Frage, ob Streichpreise erläuterungsbedürftig sind, ist jedoch noch nicht abschließend beantwortet. Nach der Rechtsprechung des OLG Düsseldorf (Urteil v. 29.06.2010 – I-20 U 28/10) und des OLG Stuttgart (Urteil vom 08.03.1996 -2 U 149/95) sind „Statt-Preise“ ohne eine weitere Erläuterung des Begriffs “statt” zulässig. Der Kunde sehe in den gestrichenen Preisen immer den vormals vom Unternehmer verlangten Preis. Ist dem so, liege keine Irreführung vor.“

Da Lesara aber selber ja keine Artikel zu diesem Streichpreis verkauft, müsste nach dieser Rechtsmeinung die Anzeige des Streichpreises ja irreführend sein.

Wenn man einem anderen erstinstanzlichen Urteil des LG Düsseldorf folgt, muss auch zu dem Schluss kommen, dass diese Angabe irreführend ist, siehe Versandhandelsrecht.

„Ganz aktuell hat das LG Düsseldorf jedoch in erster Instanz entschieden, dass bei einem Schuhangebot ein gestrichener Statt-Preis irreführend sei (Urteil v. 20.09.2011, Az. 38 O 58/09), wenn nicht klargestellt werde, um was für einen Preis es sich bei dem durchgestrichenen “Statt”-Preis handelt.“

Oder ist das Zauberwort „Absicht“ im ersten Satz: „Wer in der Absicht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen“… Kann man sich dahinter wirklich verstecken? Dass einem die Absicht nicht nachweisbar ist, und damit aus dem Schneider ist?

Vielleicht klärt uns ja irgendwann einmal Roman Kirsch selber auf, wie er auf diese Streichpreise kommt und was seine Absichten sind. In den Kommentaren zu diesem Artikel auf Kassenzone.de argumentiert er jedenfalls sehr schwammig am Thema vorbei und ist auch nicht bereit, auf das Thema genauer einzugehen.

2. Pricing
Normalerweise muss ich mich über die “günstigen” Preise rechtfertigen, schön an dem Punkt von der anderen Seite Feedback zu bekommen. Unser Preis-Benchmarking fokussiert fokussiert sich auf ein Kern von für uns relevanten Wettbewerbern in den einzelnen Kategorien. Das ist wie schon angesprochen nicht 1×1 übertragbar, da Produkte im No-Brand-Bereich nicht direkt vergleichbar sind. Das es durchaus auch Großhandelsgeschäfte gibt oder ein privater Seller über einen Marktplatz für einen ähnliches Produkt einen anderen Preis verlangt ist glaube ich klar und wird von uns ja auch nicht ausgeschossen. Wichtig ist, dass wir unseren Kunden langfristig besseres “Value-for-Money” im Discount-Segment im Vergleich zu großen Wettbewerbern.“

Wir lassen auf jeden Fall nicht locker, bis diese Streichpreise verschwunden sind und freuen uns auf einen Dialog mit Roman Kirsch. Ebenso freuen wir uns auch auf Hinweise von Rechtsanwälten, die uns das mit den Streichpreisen weiter erläutern können.

 

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