Seit 4 Wochen läuft auf VOX mit „Die Höhle der Löwen“ die deutsche Ausgabe eines weltweit bekannten Formats. Gestartet in Japan als „Tiger des Geldes“, waren in der westlichen Welt bisher vor allem die Länder Versionen in Großbritannien (Dragon´s Den) und den USA (Shark Tank) sehr erfolgreich. Nachdem ich mich mit 2 Staffeln Shark Tank „vorbereitet“ hatte, war ich echt gespannt auf das deutsche Format. Ich war überrascht von der guten Qualität der Sendung. Die 3 bisher ausgestrahlten Sendungen fand ich durchaus unterhaltsam. Es war nicht perfekt, es gibt einiges zu kritisieren.  Aber was man nicht vergessen sollte: bei einem neuen Format müssen alle auch erst einmal ihre Form finden. So sollte man auch die Sendung beurteilen. Wie jedes Startup, das vom ersten Tag an auch nicht perfekt ist und improvisieren muss. Überrascht war ich allerdings noch mehr, wie Zuschauer, Presse oder Redakteure bei Startup Blogs die Deals bzw. Angebote der Löwen zerrissen haben.

Laura Waßermann,  frisch gebackene Volontärin bei Handelsblatt Online nannte die Show

„Abzocke vor laufender Kamera“ bezeichnete die Sendung als „Trash-TV“

Elisabeth Neuhaus, Redakteurin beim Startup-Blog gruenderszene.de titelte nach der 2. Episode

„Knauserige Investoren im Rampenlicht“ fand auch eine Woche später eher Negatives als Positives:

„Selbstbeweihräucherung und aufkeimender Zoff“ 

Gregor Dolak von Focus Online schreibt

Die Sendung zeigt Kapitalismus anschaulich – von seiner widerwärtigen Seite.“

Viele User-Kommentare auf der Facebook Seite von „Die Höhle der Löwen“ waren bisher auch nicht besonders freundlich. Die User reagieren mit Unverständnis auf die Deal-Vorschläge, also die Konditionen der Investoren. Aber sind die Deals „Abzocke“, „widerwärtig“, „knauserig“, „mickrig“? Oder berauschen sich manche Autoren einfach an der Löwen Analogie und mutieren durch die Sendung selber zu Minilöwen, die gerne brüllen? Ich habe leider bei den größten Kritikern bisher nur wenig sachliche Kritik gelesen, deshalb versuche ich mich mal an einer Schnelleinschätzung der Deals.

Vorab aber noch ein paar grundsätzliche Gedanke zu allen Deals und Angeboten:

1) Ein Investor investiert in ein Unternehmen nicht aus Langeweile, nicht aus Spaß an der Freude und nicht aus Altruismus. In erster Linie möchte er ein Geschäft machen. Er investiert dabei in aller Regel in Firmen, nicht in Privatpersonen. Diese Firmen sind meistens als GmbH oder AG organisiert, bei der die Geschäftsinhaber in der Regel nicht zusätzlich mit ihrem privaten Vermögen haften (wenn man von der Firma als Vermögenswert einmal absieht). D.h. wenn das Geschäft nicht funktioniert, das Produkt sich nicht verkauft, ist 0ft das komplette Geld des Investors verloren. Das Risiko ist also höher, weil es abgesehen von Unternehmenswerten keine Sicherheiten gibt. Unternehmen, die ein Invest suchen, haben aber oft keine Sicherheiten. Insofern kann das Risiko sehr hoch sein.

2) Unternehmensanteile sind nur dann etwas wert, wenn der Investor dadurch auch sein Geld plus „Zinsen“ wiederbekommt. Entweder wenn das Unternehmen in Zukunft verkauft wird oder wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet. Aber nicht alle Unternehmen kann man auch verkaufen. Wir hören zwar immer von großen Deals, wenn Firmen an Facebook, Google oder andere Unternehmen verkauft werden, aber das ist eher die seltene Ausnahme als die Regel. Gewinne werden auf der anderen Seite gerade von den Unternehmen, die eine Investition suchen, oft nicht erwirtschaftet, gerade in den Anfangsjahren nach Gründung.

3) Deshalb schlagen die Löwen bei einigen Deals auch Angebote vor, bei denen sie pro verkauftem Produkt noch eine Art „Lizenzgebühr“ bekommen. Das ist eine zusätzliche Möglichkeit für den Investor, sicherzustellen, dass er sein eingesetztes Kapital auch wieder zurückbekommt, wenn das Unternehmen nicht verkauft wird und in den Anfangsjahren keine Gewinne gemacht hat.

4) Bei jedem Angebot von den Löwen sollte man auch  bedenken, dass viele der Unternehmen keine Selbstläufer sind, sondern die Investoren sich auch aktiv in die Geschäftsführung oder in das Marketing, in die Anbahnung von Kooperationen einbringen müssen. D.h. der Investor gibt nicht nur sein Geld, sondern auch seine Zeit. Generell gilt die Regel: Je erfolgreicher und wohlhabender ein Investor, desto teurer ist seine Zeit, weil er diese nämlich ansonsten für andere Deals und Möglichkeiten nutzen kann.

Generell sollte man sich immer fragen: Wenn ich 100.000 Euro hätte, würde ich diese dann selber in das Startup investieren?

Aber jetzt die Deals im Schnellcheck:

Crispywallet – Geldbörsen und Hüllen für Smartphones, Laptops, Tablets

Gesucht: 100.000€ für 20% der Anteile

Deal: 100.000€ für 40% der Anteile (50.000€ von Frank Thelen, 50.000€ von Lencke Wischhusen)

Meine Einschätzung: Ein tolles Produkt und mit 8.000 verkauften Geldbörse erste kleinere Umsätze. Auf jeden Fall ein guter Deal für die Gründer, da das Invest riskant ist. Der Zubehörmarkt für Gadgets ist zwar margenstark, aber auch sehr wettbewerbsintensiv.

Wellmed Allergo – Premium Chili Soßen

Gesucht: 55.000€ für 15% der Anteile

Angebot: 55.000€ für 26% der Anteile plus 1€ Beteiligung pro verkaufte Flasche, bis die 55.000€ zurückbezahlt sind.

Meine Einschätzung: Ein gutes Angebot der Löwen. Es schmerzt vielleicht, mehr Anteile abzugeben, aber der Unterschied zwischen 15 und 26% ist aus strategischer Sicht kein großer. Mit dem Invest hätte der Gründer seinen Produktionsprozess mit Sicherheit verschlanken können, um Produktionskosten einzusparen (insbesondere bei Einkauf, z.B. durch Mengenrabatte, Abfüllung und Verpackung) und damit einen Teil der 1€ „Abgabe“ auszugleichen. Dem Gründer hat mit Sicherheit die kostenlose Fernsehwerbung einige Bestellungen eingebracht, aber allein die Folgeberichterstattung wäre die Differenz in Anteilen und zusätzlicher 1€ „Abgabe“ wert gewesen.

Wellmed Allergo – Allergiker Matratze

Gesucht: 85.000€ für 20% der Anteile

Deal: 95.000€ für 60% der Anteile einer neu zu gründenden Firma

Meine Einschätzung: Bei diesem Deal explodierte zum ersten Mal die Kritik bei den Zuschauern. 60% wurden dem Gründer „abgeknöpft“. Meines Erachtens ist der Deal aber durchaus gerechtfertigt. 1) Der Gründer kann nicht 100% seiner Arbeitskraft in die Firma einbringen, er betreibt hauptberuflich ein Einrichtungshaus 2) D.h. der Gründer präsentiert eigentlich gar keine Firma, sondern ein Produkt 3) Das Produkt wurde bisher erst 30 mal verkauft, obwohl der Gründer ein eigenes Einrichtungshaus hat. D.h. der Gründer hat bisher nicht beweisen können, dass die Matratze überdurchschnittlich gut bei der Zielgruppe ankommt 4) Er relativiert diese Zahl zwar noch, indem er sagt, dass die Matratze dort nicht groß beworben wurde. Das könnte man aber auch als fehlendes Engagement oder fehlendes Marketingtalent werten. Warum hat er die Matratze nicht als DIE Revolution in seinem Geschäft beworben? Ist die Matratze vielleicht zu teuer? 5) Das Produkt ist noch nicht 100%ig marktreif. Die „Box“, die für die Steuerung des Aufheizen zuständig ist, wirkt vom Design her recht antiquiert. Am Produktdesign muss also nochmal gefeilt werden. Das kostet Geld und wahrscheinlich die Investoren auch Zeit, weil der Gründer bisher nicht besonders viel Wert auf diesen Punkt gelegt hat. Insgesamt investieren die Löwen hier also eher in ein Produkt, bei deren Vermarktung sie viel mithelfen müssen, damit es erfolgreich wird.

Jobbello – Unverrutschbare Herrenhemden

Gesucht:  200.000€ für 10% der Anteile

Angebot:  200.000€ für 50% der Anteile, gleichzeitig soll der Altinvestor Anteile abgeben, sodass die Gründerin 30% der Anteile hält, der Altinvestor 20%

Meine Einschätzung: Bisher hat die Gründerin noch fast keine Hemden verkauft, d.h. es ist noch gar nicht klar, ob das Hemd zu dem Preis am Markt überhaupt verkäuflich ist. Der „Proof of Concept“ ist noch nicht erbracht, das Risiko also sehr hoch. Trotzdem gab es ein Angebot von den Löwen bei einer Bewertung von 400.000€. Für den Altinvestor wäre der Deal erstmal schmerzhaft gewesen, weil er Anteile hätte abgeben müssen. Aber der Einstieg der Löwen wäre nicht nur mit einem finanziellen Invest verbunden gewesen, sondern hätte den Verkauf auf einem der erfolgreichsten deutschen Shoppingsender angekurbelt. Der Altinvestor hätte davon enorm profitieren können, da das Risiko enorm begrenzt worden wäre, dass das Unternehmen scheitert. Diese Chance hat er leider vertan.

My-Cleaner – Mobiler Autowaschservice

Gesucht: 250.000€ für 6% der Anteile Deal: 25.000€ für 50% für Firmenausgründung, bei der die Reinigungsprodukte verkauft werden der Anteile plus 2€ pro Flasche, bis die 25.000€ zurückgezahlt sind.

Meine Einschätzung: Auch dieser Deal ist nicht schlecht, da es „nur“ ein Produktdeal ist, bei dem die Löwin Judith Williams sich um die Vermarktung im Anfang kümmert. Zudem ist einverstanden, dass die My-Cleaner Gründer weiterhin ihren Autowasch-Service betreiben. D.h. auch der Service würde davon profitieren, wenn die Reinigungsprodukte zum Beispiel auf HSE24 verkauft werden.

Zusatzinfo: Der Deal kam im Nachgang der Sendung doch nicht zustande. Das ist bedauerlich, denn genau das schadet gerade in der Anfangszeit dem ganzen Format. Natürlich kann man nicht verhindern, dass ein Deal einmal platzt, da das Konzept der Sendung vorsieht, dass der Pitch im Studio wirklich das erste Mal ist, dass die Investoren von der Firma hören. Gerade in der Anfangszeit hätte VOX aber darauf achten sollen, dass mehr Deals gespielt werden, bei denen alles glatt läuft und die Erfolgswahrscheinlichkeit recht hoch ist.

Beli-Luu – Lackierhilfe für French Nails

Gesucht: 25.000€ für 30% der Anteile

Deal: 25.000€ für 53% der Anteile

Meine Einschätzung: Wieder ein tolles Produkt und ein guter Deal für die Gründerinnen. Die Lackierhilfe passt 100%ig zum Homeshopping, hier bringt Judith Williams einen erstklassigen Verkaufskanal mit und ist damit ein starker Werttreiber für Verkauf und Unternehmenswert.  Dass Frau Williams die Mehrheit an der Firma hat ist nicht schlecht, da die Gründerinnen gerade in Bezug auf Management, Marketing, PR und Produktion mit Sicherheit dankbar annehmen werden. Denn gerade bei einer Lackierhilfe bietet sich an, den Kunden noch passende Nagellacke und Gels für French Nails mitzuverkaufen. Hier bin ich wirklich gespannt, wie das Unternehmen sich entwickelt. Die größte Herausforderung jetzt am Anfang wird wahrscheinlich der Ausbau der Produktion sein. Denn bei HSE24 kann man das nur in das eigene Programm aufnehmen, wenn auch ausreichend geliefert werden kann.

Knüppelknifte – Restaurant für Stockbrot

Gesucht: 200.000€ für 15% Beteiligung an 2 neuen Restaurants im ersten Jahr und 40% am Franchise Verkaufserlös

Angebot: Ein Invest, wenn die Gründer das Konzept in Form von Fastfood Filialen ausbauen und nicht als Restaurant-Franchise. Nach kurzer Beratung bieten die Gründer an, eine separate Firma neben der alten zu gründen und bei dieser dann die Löwen mit 50% zu beteiligen. Die Gründung eines separaten Unternehmens lehnen die Löwen aber kategorisch ab.

Meine Einschätzung: Hier habe ich auch erstmal gedacht, dass das von den Löwen nicht besonders konsistent ist. Bei der Allergiker Matratze und den Mycleaner Produkten haben sie selber die Gründung einer separaten Firma vorgeschlagen. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied, den man auch noch den Zuschauern hätte erklären sollen: Hier ging es nicht um ein Produkt, das Investoren erfolgreich in einem Vertriebskanal oder bei Geschäftspartnern vermarkten können und damit selber den Geschäftserfolg maßgeblich beeinflussen können. Hier geht es um den Aufbau von Systemgastronomie und zusätzlich um den Aufbau eines Franchiseunternehmens. Da ist die Meinung der Löwen verständlich und nachvollziehbar, dass die Gründer sich auf EIN Konzept beschränken sollen.

Twinkle Kid – Kindermützen mit reflektierendem Bommel

Gesucht: 84.000€ für 25% der Anteile

Deal: 90.000€ für 40% der Anteile

Meine Einschätzung: Ein guter Deal für die Gründer. Twinkle Kid ist mehrere Jahre im Markt, hat dennoch letztes Jahr nur 20.000€ Umsatz gemacht. Wenn eine Mütze für 10€ netto an Händler verkauft wird, wären das 2.000 Mützen. Bei vielleicht 3 Monaten Verkaufszeitraum pro Jahr, an denen man in Deutschland Mützen verkaufen kann, sind das knapp 33 Mützen pro Tag an 60 Werktagen. Bei einem Arbeitstag von 8 Stunden wären das ungefähr 4 Mützen pro Stunde. Da verkauft mancher Mützen Marktstand wahrscheinlich mehr. Große Alleinstellungsmerkmale sehe ich auch nicht. Reflektoren an Kinderjacken, Rucksäcken, Schuhen, Handschuhen, ja auch Mützen sind ein alter Hut. Die Löwen investieren hier in überzeugte Gründer,  gehen aber ein recht hohes Risiko ein. Insofern sind 40% nicht zuviel.

ZlideOn –  Reparaturset für Reißverschlüsse

Gesucht: 150.000€ für 3% der Anteile

Angebot: 150.000€ für 10% der Anteile

Meine Einschätzung: Das Produkt hat einen klaren USP und wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass der Reißverschluss kaputt gegangen ist. Ich auf jeden Fall, habe aber noch keinen einzigen repariert. Also warum gab es keinen Deal? Die Gründer haben über 300.000 Stück von Ihren Reparatursets verkauft, damit über 1 Mio. € Gesamtumsatz gemacht, allerdings auch schon über 5 Millionen € investiert und bisher keinen operativen Gewinn gemacht. Bei 1 Mio. € Umsatz, Präsenz auf Homeshopping-Kanälen, Zugang zu 5 Mio. € Kapital, etc.  muss man sich natürlich fragen, warum die Gründer überhaupt ein Invest suchen und dann noch so ein kleines. Das ist könnte sowohl ein Zeichen dafür sein, dass das Marketing nicht funktioniert oder auf der anderen Seite, dass sie gar keinen Deal wollen, sondern nur die Aufmerksamkeit. Für 10% der Anteile hätten sie mit Judith Williams ein starkes Testimonial bekommen und wahrscheinlich auch Kontakte, um das Produkt international erfolgreicher zu vermarkten.

Le Petit Raisin – Direkt in Plastikgläsern abgefüllter Wein

Gesucht: 150.000€ für 15% der Anteile

Deal: 150.000€ für 40% der Anteile plus 1€ pro verkauftem Glas, bis das Investment zurückgezahlt ist.

Meine Einschätzung: Dynamische Gründer, die zugegeben haben, dass sie die Idee eines Sharktank Unternehmens lizensiert haben. Das Produkt wird wahrscheinlich erstmal bei Veranstaltern und weniger bei Endverbrauchern die besten Abnehmer finden, insofern zählt hier Sales, Sales, Sales! bei Eventagenturen und anderen Veranstaltern. Damit passt auch der Deal: mit 150.000€ können die Gründer ein Vertriebsteam aufbauen und zeigen, dass das Produkt in Deutschland ankommt.

Locca – GPS Ortungsgeräte

Gesucht: 350.000€ für 7% der Anteile

Deal: 350.000€ für 14% der Anteile

Meine Einschätzung: Eine Unternehmensbewertung von 2,5 Mio. € für ein Produkt, das designtechnisch noch einiges an Spielraum nach oben hat und das bisher nur auf der Webseite der Gründer vorbestellt werden kann, ist mit Sicherheit kein schlechter Deal. Insbesondere dann nicht, wenn es vergleichbare Produkte schon gibt.

Musicworks – Musikworkshop für Teams

Gesucht: 40.000€ für 8% der Anteile

Deal: 40.000€ für 25,1% der Anteile

Meine Einschätzung: Ein guter Deal für die Gründer, die sich als sympathische Unternehmer und begeisterte Musiker präsentiert haben. Für zukünftige Bookings sind die Sendung und Jochen Schweizer eine gute Referenz.

Zudem sollte jeder Gründer auch in Zukunft nicht nur den konkreten Deal sehen, sondern auch noch an folgende Pluspunkte denken:

  • Im Idealfall engagieren sich die Löwen auch aktiv mit ihrem Netzwerk und bringen sich in das Geschäft mit ein. Dazu muss natürlich das Produkt auch zum Investor passen und er dort das nötige Know-How, die notwendigen Kontakte und das Netzwerk haben, um das Produkt zu vermarkten und zu verkaufen. Mit Judith Williams von HSE24 hat man da zumindest eine Investorin, die direkten Zugang zu einem hervorragendem Absatzkanal hat und mit Frank Thelen einen Gründer aus der Internetszene, der noch hungrig genug erscheint, dass er sich für seine Shares auch Nachts noch an den Schreibtisch setzt, um „seine Gründer“ zu unterstützen.
  • Ein Dealangebot der Investoren zeigt, dass jemand an das Produkt glaubt. Das kann hilfreich bei Käufern sein, das ist aber vor allem hilfreich bei der Anbahnung von Geschäftskontakten, z.B. um das eigene Produkt im Handel zu verkaufen. Natürlich berichten Gründer, deren Deal nicht zustande gekommen ist, auch von attraktiveren Angeboten von anderen Investoren im Nachgang der Sendung. Aber das heißt nicht, dass einer dieser Deals zustande kommt.
  • Werbewert der Sendung: 10-15 Minuten Produktwerbung zur Primetime bei VOX können bares Geld wert sein, das die meisten Gründer in der Form gar nicht aufbringen könnten. Je begeisterter die Löwen sind, desto besser ist der „Pitch“ natürlich als Werbung geeignet. Aber nicht nur der Pitch ist Geld wert. Unternehmen mit einem Deal, die sich gut entwickeln, werden auch in Zukunft wieder bei „Die Höhle der Löwen“ als Erfolg präsentiert. Das ist zusätzliche kostenlose Werbezeit und zukünftige TV Präsenz, die man auch Partnern oder Absatzkanälen geschickt mitverkaufen kann. Während der Sendung am 16.09.2014 haben die Gründer von ellaundpaul.de während eines Live Google Hangouts gezeigt, wieviel Besucher gleichzeitig auf Ihrer Seite waren.

Ellapaul

  • Eine sympathische Präsentation, ein erfolgreicher Deal und eine positive Geschäftsentwicklung sind die optimalen Voraussetzungen für weitere erfolgreiche PR Arbeit. Gerade die Beli-Luu Gründerinnen könnten jetzt durch das Vormittagsprogramm des Frühstücksfernsehens und durch Talkshows tingeln und dabei mit ihren Produkten ein Millionenpublikum erreichen.

Ich finde die bisherigen Deals also nicht bedenklich, besonders da bei den hohen Anteilsforderungen von über 50% die Löwen nicht in Unternehmen, sondern eher in Produkte investiert haben. Insofern würde ich mir in Zukunft bei manchen Berichterstattern eine etwas sachlichere Diskussion wünschen.

2 Wünsche an VOX und die Löwen habe ich aber auch:

  • Kommuniziert immer die Basiszahlen des Geschäftsmodells in den Sendungen. Oft erfahren die Zuschauer gar nicht, was die Produktionskosten sind, wieviele Produkte bisher verkauft worden sind, wie hoch die Gewinnmarge ist. Bitte ein bisschen weniger Produktpräsentation und mehr Zahlen. Gerade dies ermöglicht eine gewisse Vergleichbarkeit.
  • Erklärt bei Euren Forderungen bitte ein bisschen besser, warum ihr etwas fordert (z.B. Produkt vs. Unternehmen) und macht es auch an den Zahlen fest. Auch bei nicht erfolgreichen Pitches ist dann das Feedback eines Investoren hilfreich und wertvoll. Und die Zuschauer (und Journalisten) können dann manche Forderungen ein bisschen besser nachvollziehen.

 

 

 

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