Aktualisierung vom 28.04.2018 – Berlin wurde nun für Nutzer freigeschaltet, mein Testprofil hat Zugangsdaten geschickt bekommen. Damit konnte ich nun auch die Preise einsehen. Die Kosten für lebensfreunde.de (man hat in der Zwischenzeit die Domain gewechselt) betragen: 35 Euro im Monat bei monatlicher Kündigungsfrist (420€ Jahresbeitrag), 30€ pro Monat für 3-Monats-Verträge (360€ Jahresbeitrag) und 25€ pro Monat für 12-Monats-Verträge) 300€ Jahresbeitrag. Ohne das „Goldpaket“, also ohne die Zahlung dieses Mitgliedsbeitrages kann man offensichtlich keine Nachrichten lesen, keine Nachrichten schreiben und auch nicht die Profilinformationen und weitere Bilder aller Mitglieder sehen.  Wenn man bedenkt, dass lebensfreunde.de relativ neu gestartet ist, ein durchaus üppiger Beitrag.

Mein Testprofil konnte ich übrigens nicht selber löschen. Eine diesbezügliche Email, die ich Freitag geschrieben habe, wurde bisher noch nicht beantwortet.

Wie oben bereits geschrieben wurde in der Zwischenzeit die Domain gewechselt, deshalb habe ich im Titel auch die Domain aktualisiert. Zur besseren Auffindbarkeit dieses Artikels habe ich im Originalartikel unten den neuen Domainnamen ebenfalls ergänzt.

Bisher wurden übrigens nicht die Fake-Testimonials ausgebessert, die Stockphotos der Fotomodelle nicht transparent gekennzeichnet, wie vom Geschäftsführer Oliver Thiel angekündigt.


Originalartikel vom 18. April 2018 – Auf der Webseite lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) kann man nach Angaben der Betreiber „Menschen für Freundschaft, Freizeit, Liebe kennenlernen“, anmelden darf sich allerdings nur, wer mindestens 50 Jahre alt ist. In den AGB von Lebensfreunde heißt es „Die Dienste von Lebensfreunde bieten dem Nutzer die Möglichkeit wieder mit anderen Menschen, die mindestens das 50te Lebensjahr vollendet haben, in Kontakt zu kommen.“, das Alter wird bei der Anmeldung abgefragt.

Betrieben wird lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) von der Stayfriends GmbH aus Erlangen, die auch die bekannte Webseite stayfriends.de betreibt, auf der User alte Schulfreunde wiederfinden können. Geschäftsführer der Stayfriends GmbH sind Oliver Thiel und Michel Lindenberg, die Stayfriends laut Wikipedia 2002 gegründet haben. Oliver Thiel zeigt sich auch ganz offen auf der Startseite von lebensfreunde.net über weiteren Teammitglieder. Das wirkt transparent, freundlich, sympathisch, auch wenn alle Teammitglieder sich offenbar nicht Lebensfreunde anmelden dürften, weil wahrscheinlich keiner das 50. Lebensjahr vollendet hat.

Mir ist die Plattform aufgefallen, weil sie bei Testimonials Bilder zeigt, diese aber nicht von Mitgliedern sind, sondern von Fotomodellen. Ebenso negativ fällt auf, dass Lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) User sich zwar registrieren lässt und Daten einsammelt, dann aber nicht auf die Plattform lässt (siehe Fazit).

Die Fake-Testimonials von Lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de)

Auf der Startseite finden sich allerdings auch „Meinungen“ von angeblichen Kunden. Diese fünf „Testimonials“ für Lebensfreunde bestehen jeweils aus einem Text und einem Bild, das den Eindruck erweckt, dass dies die zitierten Kunden sind. Allerdings zeigen die Bilder keine Kunden, sondern sind lediglich Bilder aus Bilderdatenbanken, also Fotomodelle. Das Photo über dem Zitat von „Peter K. aus H.“ stammt von diesem Fotomodell auf adobe.com. Das Bild „von Eva K. aus M.“ von diesem Fotomodell das man z.B. hier auf shutterstock.com findet.

In meinen Augen ist das nicht besonders seriös, wie ich bereits schon einigen Artikel geschrieben habe. Wenn man keine Kunden hat, die damit einverstanden sind, dass ihr Photo veröffentlicht wird, gibt es eine einfache Lösung: man veröffentlicht einfach keine Photos und zeigt nur die Texte an.

Bitte um Stellungnahme an lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) (Stayfriends GmbH)

Letzte Woche (11.04.2018) habe ich Stayfriends angeschrieben und um eine Stellungnahme der Geschäftsführung gebeten, einen Tag später habe ich auch eine Antwort von Oliver Thiel, einem der Geschäftsführer, erhalten:

„Sehr geehrter Herr Brückner, 
vielen Dank, dass Sie sich so intensiv mit unserem Portal auseinandergesetzt und Feedback gegeben haben. 
Gerne erläutere ich Ihnen, warum wir an dieser Stelle Stockphotos verwenden.
Im Datingbereich bewegen wir uns in einem sensiblen, intimen und schützenswerten Bereich der Privatsphäre, indem sich der aktuelle Status schnell ändern kann. Es geht hierbei also nicht um den Schutz der Daten im eigentlichen Sinne, sondern um das Recht auf Privatsphäre in der Öffentlichkeit.
Diese öffentlichen Daten werden von Google gecrawled und sind entsprechend auffindbar. Das ist aus unserer Sicht nur schwer vereinbar mit dem Ansinnen der Nutzer auf einen geschützten Bereich, aus dem sie sich löschen oder bei Bedarf persönliche Daten anpassen können.
Mit dem sichtbaren Google-Suchergebnis ist das bei weitem nicht so leicht. 
Eine Irreführung der Nutzer hatten wir hierbei keineswegs im Sinn. Wir sehen auch nicht, dass die Verwendung eines Bildes, dass der ursprünglichen Person ähnlich sieht, eine Irreführung im Sinne der Zweckes darstellt. Wesentlich ist die gemachte Aussage und Erfahrung des Nutzers und nicht sein Äußeres.
Wir nehmen jedoch Ihre Anregung auf und werden die Fotos an dieser Stelle demnächst als Stockphotos kennzeichnen.“

 

Weitere Enttäuschungen bei Lebensfreunde

Lebensfreunde Erfahrungen

Zugang verwehrt – Screenshot lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) 18.04.2018

Eine weitere Sache, die mich ebenfalls stört und auch andere User stören sollte: Die Community ist noch nicht für jeden nutzbar. Haben sich noch nicht genügend (Zahl ist mir unbekannt) Nutzer aus einer Region oder einem Postleitzahlengebiet angemeldet, bekommt man keinen Zugang zur Plattform,  obwohl lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) ganz private Daten abfragt und diese auch in einem Userprofil speichert. Nutzen können User die Seite erst, wenn lebensfreunde.net entscheidet, dass sich genügend User angemeldet haben. Das finde ich unehrlich. Es steht jeder Plattform frei, zu entscheiden, dass es erst eine Mindestanzahl von Interessenten geben muss, damit eine Region „freigeschaltet wird“. Aber dann sollte man die Verbraucher VOR Anmeldung darüber informieren, dass die eigene Region noch nicht aktiviert ist und nicht erst, nachdem man die Daten eingesammelt hat.

Vorher bei Lebensfreunde anzufragen, ob man die Plattform bereits in seiner Region aktiv nutzen kann, wird von der Firma auch erschwert. Im Impressum ist keine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zur schnellen Kontaktaufnahme angegeben, obwohl dies im Telemediengesetz vorgeschrieben ist. Lediglich Facebook Nutzer könnten auf der Facebook-Seite von lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) nachfragen. Dort bekommt man allerdings nur eine automatische Anfrage, dass man sich an den Kundenservice per E-Mail wenden soll: service@lebensfreunde.net.

Unehrlich finde ich es ebenso, dass Kunden bei der Registrierung nicht klar darauf hingewiesen, dass hier ein kostenpflichtiger Service angeboten wird. Versteckt in den AGB heißt es:

„4.1 Die Eintragung ist für den Nutzer kostenlos. Durch eine kostenlose Registrierung erlangt der Nutzer keinen Anspruch, sämtliche bei Lebensfreunde hinterlegten Inhalte und Daten kostenfrei einzusehen oder sämtlichen Funktionsumfang kostenfrei nutzen zu können. Lebensfreunde behält sich insbesondere vor, bestimmte Inhalte ggf. zurückzuhalten oder nur entgeltlich zur Verfügung zu stellen.

4.2 Das Aufrufen weiterer registrierter Nutzer ist in verschiedenen Varianten, die dem Internetauftritt zu entnehmen sind, verfügbar und kostenpflichtig. Preise und Zahlungsmethoden sind in den Internetdialogen des jeweiligen Angebots genannt und beschrieben. Der Nutzer hat insbesondere an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Goldmitgliedschaft zu erwerben.

Wie hoch dieser Beitrag ist, erfährt der Nutzer auch nicht. In den FAQ heißt es:

„Lebensfreunde ist eine werbefreie Community, die sich durch die Beiträge ihrer Premiummitglieder finanziert.
Es gibt eine kostenlose und verschiedene kostenpflichtige Varianten der Mitgliedschaft, die sich in der Menge der nutzbaren Funktionen unterscheiden.
Um im Detail zu sehen, was Sie welche Form und Laufzeit der Mitgliedschaft kostet, klicken Sie nach Ihrer Registrierung auf den Menüpunkt „Gold“. Hier werden Ihnen alle Varianten und Preise erläutert.“

Wenn man sich in einer inaktiven Region angemeldet hat, kann man allerdings noch nicht einmal nach Registrierung die Kosten erfahren.

Fazit lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de)

Immer wieder lese ich eine neue Variation einer Entschuldigung dafür, dass man irreführend einfach Stockphotos neben Kundenmeinungen platziert und so den Eindruck bei vielen Kunden erwecken kann, dass sich Kunden dafür bereit erklärt haben. Ich halte das für unprofessionell. Wenn sich Kunden nicht dazu bereit erklären, als öffentliches Testimonial mit einem Bild aufzutreten, dann sollte man auch nicht so tun, als ob dies der Fall wäre.

Bei Kundentestimonials geht es nicht um Persönlichkeitsschutz oder um die Wahrung der Privatsphäre, sondern nur darum, ob ein Kunde so begeistert von einem Anbieter ist, dass er gewillt ist, dass das eigene Bild veröffentlicht wird. Wenig überzeugend wirkt auf mich auch die Begründung, dass lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) eine Datingplattform sei. Die Startseite jedenfalls sagt etwas anderes, hier bekommt der User den Eindruck, dass man Menschen auch für Freizeit und Freundschaft kennenlernen kann.

Zu begrüßen ist, dass Herr Thiel die Photos als Stockphotos kennzeichnen will, scheinbar hat das allerdings keine besonders hohe Priorität, heute ist jedenfalls noch alles unverändert.

Dass User nicht darüber aufgeklärt werden, dass sie nach Registrierung die Plattform nicht nutzen können, wenn in der Region noch nicht genügend Nutzer sich registriert haben ist unfair. Dass User mit einer kostenlosen Anmeldung gelockt werden, ohne dass sie vorab im Registrierungsprozess über die Kostenpflichtigkeit, die damit verbundenen Vorteile und die Höhe der Kosten aufgeklärt werden, halte ich für ebenfalls für unehrlich und unfair den Kunden gegenüber. Dass eine Mitgliedschaft für einen Online-Service Geld kostet ist vollkommen in Ordnung, dass sie die Interessenten so auf die Plattform lockt, ist intransparent und wenig vertrauenswürdig.

Meine Empfehlung: Solange die Stayfriends auf lebensfreunde.net (jetzt: lebensfreunde.de) nicht transparent kommuniziert, sollte man sich nicht anmelden. Wer sein bereits angelegtes und registriertes Profil löschen lassen will, aber noch keinen Zugang zur Plattform hat, kann dies übrigens auch mit einer E-Mail an service@lebensfreunde.net machen.

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