In den letzten Tagen haben wir viel von Wunderkindern gelesen. Wir müssen uns aber leider wieder mit einem der „Schmuddelkinder“ der deutschen Startup-Szene beschäftigen: Roman Kirsch´s Lesara.de. Bei Lesara hat man mal wieder ganz tief in die Trickkiste gegriffen: eine Eigenmarke namens Andrea Angelini 

Eine Eigenmarke ist normalerweise nichts Schlimmes. Doch leider hat man aus der Trickkiste wieder einmal nichts anderes hervorgezaubert als ein faules Ei.

Andrea Angelini scheint eine ganz besondere Eigenmarke zu sein:

  • Andrea Angelini ist natürlich das Pseudonym eines in Italien geborenen Schweizer Designers
  • Andrea Angelini hat von lesara eine eigene Webseite mit einem eigenen Lebenslauf einer Dokumentation des eigenen Lebenslaufes bekommen
  • Die Stücke des Designers werden natürlich zukünftig ausschließlich in ausgewählten Warenhäusern vertrieben“
  • „Die ersten 1000 Stücke seiner neuen Kollektionen „Verführungen aus Keramik“, „Funkelnde Strass-Schönheiten“ und „Symbolische Glanzmomente“ können schon jetzt auf Lesara.de erworben werden.“ 
  • „Andrea Angelini“ ist genauso wie lesara der „Überzeugung, dass Exklusivität nicht teuer sein muss“

Alles also ganz exklusiv. So werden auch die Produkte bei Lesara beworben.

Andrea_Angelini_lesara_de

Screenshot Lesara.de

 

Wie z.B. dieser Ring mit „exklusivem Design“:

Andrea_Angelini_lesara_de2

Screenshot lesara.de

 

Der einzige Haken an der Sache ist nun, dass das Design dieses wunderbar exklusiven Herrenrings aus Wolfram Karbid mit Koa Holz sonderbar ähnlich aussieht wie ein anderes, schon bestehendes Design, das sich recht leicht mit den Suchbegriffen „Koa wood“, „ring“ und „tungsten carbide“ (=Wolframcarbid) auf alibaba finden lässt: http://guide.alibaba.com/shop/tungsten-ring-genuine-koa-wood-inlay-mens-tungsten-carbide-wedding-engagement-band-ring-size-w-comes-in-a-luxury-gift-box-available-in-most-sizes_3576633.html

Von Herrn Angelini lesen wir hier aber nichts.

Andrea_Angelini_lesara_de3

Screenshot alibaba.com

Auch nicht auf amazon, wo der Ring nicht mehr verfügbar ist.

Wer möchte, kann das auch mal für die anderen exklusiven Produkte von „Andrea Angelini“ durchexzerzieren.

Wir fragen uns dieser Stelle wieder einmal viele Fragen:

Schwindelt hier vielleicht jemand? Und wer schwindelt hier eigentlich?

Der mysteriöse italienische Schweizer Designer? Der dem armen Roman Kirsch und dem armen Lesara einfach fremde, alte, langweilige Allerweltsdesigns untergejubelt hat?

Und wenn der italienische Schweizer Lesara mit seinen Designs beschwindelt hat, hätte Lesara, sehr erfahren mit dem Import chinesischer Billigware, nicht merken müssen, dass die Designs nicht exklusiv sind?

Und wäre so ein Prozess nicht sonderbar kompliziert, wenn ein Designer bestehende Designs von Produkten von Alibaba klaut? Wie würde denn das funktionieren? Der Designer kann ja nicht einfach Photos zu lesara schicken und sagen: „Ich hab da mal nen Prototypen gebaut und photographiert“ ohne den Prototypen zu schicken. Er müsste doch dann irgendwelche Skizzen fertigen, ein 3D Modell… oder?

Vielleicht kann uns ja mal Roman Kirsch aufklären, ich würde mich freuen. Oder vielleicht ja mal ein Gespräch mit „Andrea Angelini“ vereinbaren, der ja heute in Berlin lebt (nach Angaben auf der Webseite).

 

 

 

 

 

 

 

One Response

Leave a Reply