nextdoor.com (bzw. nextdoor.de in Deutschland), die US-amerikanische Nachbarschafts-Plattform bläst zum Angriff auf nebenan.de. Während welt.de schon unkt „Macht Nextdoor aus Nebenan.de das nächste StudiVZ?„, sieht tagesspiegel.de in nebenan.de starke Konkurrenz.

Bei seinem Debüt in Deutschland macht nextdoor.com aber nicht den besten Eindruck.  Schon im Registrierungsprozess werden die potentiellen Nachbarn nämlich an der Nase herumgeführt. Wie? Z.B. mit einem „Einbruchstrick“. Und der geht so:

Im zweiten Registrierungsschritt heißt nextdoor.de die User willkommen, dabei wird dem User „seine Nachbarschaft“ zugewiesen. Dort muss der User seine fehlenden Daten ausfüllen und kann sich dann registrieren. Auf der rechten Hälfte der Seite werden dem User scheinbar Foreneinträge aus seiner Nachbarschaft angezeigt. Nextdoor behauptet zum Beispiel im Bild unten: „Deine Nachbarn unterhalten sich über Dinge wie… “

  • Autoeinbruch in der . Hat jemand was gesehen?
  • Babysitter für Freitag gesucht in der der Turmstr.
  • Suche einen zuverlässigen und preiswerten Mechaniker.

Relevante Themen für die Nachbarschaft und mit scheinbar vielen Antworten, insbesondere die Frage zum Autoeinbruch. Wahrscheinlich wären nur notorische Radfahrer und Fußgänger an Autoeinbrüchen in der Gegend nicht interessiert. Zum Autoeinbruch wurden offensichtlich 6 Antworten geschrieben, zum Babysitter sogar 16 Antworten und ganz besonders viel Diskussion oder Hinweise gibt es zum Mechaniker.

Leider ist das alles aber Fake. Und zwar in doppelter Hinsicht:

Die gleichlautenden Foreneinträge sind offensichtlich frei erfunden, nur Beispiele. Nextdoor sollte lieber schreiben: „Deine Nachbarn könnten sich über folgende Themen unterhalten“. Vielleicht noch mit dem Zusatz „Wenn sie denn Mitglied wären“. Dass die Forenbeiträge nur „Dummies“ sind und offensichtlich für Werbezwecke erfunden kann jeder ganz einfach nachvollziehen, in dem er sich mit unterschiedlichen Anschriften und damit bei unterschiedlichen Nachbarschaften registriert. Das habe ich auch getan. Einmal mit einer erfundenen Kölner Adresse in der Ehrenstraße (siehe oben) und einmal mit einer erfundenen Berliner Adresse in der Turmstraße. Und wieder wurden mir dieselben Themen angezeigt: Autoeinbruch, Babysitter, Mechaniker. Und hier sieht man auch, dass die angeblichen Foreneinträge nicht nur simple Platzhalter sind. Der angebliche Foreneintrag zum Babysittergesuch zeigt genau die Straßen, die ich vorher als Adresse im Registrierungsprozess angegeben habe.

Diese erfundenen Konversationen werden einem auch bei Nachbarschaften angezeigt, bei denen sich noch niemand vorher angemeldet hat. Dies wird aber erst nach der Registrierung bewusst. Denn erst nach der Registrierung klärt nextdoor.de den User auf, dass er der erste User ist, der sich für diese Nachbarschaft registriert, hier z.B. für den Fall der Nachbarschaft „Birkenstr. / Wilhelmshavener Str.), bei der vorher der Eindruck erweckt worden ist, dass mancher „meiner Nachbarn“ sich schon angemeldet haben.

In meinen Augen alles eine große Augenwischerei. Einem Unternehmen, das mich schon bei der Begrüßung in die Irre führt, statt ehrlich zu kommunizieren, werde ich auf jeden Fall nicht vertrauen und es privat auch nicht nutzen, so praktisch eine Nachbarschaftscommunity auch wäre.

 

 

 

 

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