Update 30.08.2017 – Optiopay hat sich heute doch noch mit folgender Stellungnahme gemeldet:

„Sie haben Recht, dass die Bewertungen auf Google zum Teil von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der OptioPay GmbH verfasst wurden. Dies war der OptioPay GmbH bis zum Erscheinen Ihres Artikels nicht bewusst. Wir haben diesen Sachverhalt intern untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Mitarbeiter diese Bewertungen privat aus eigener Veranlassung verfasst haben. Es war und ist hierbei nicht die Intention der OptioPay GmbH ein falsches Bild beim Endkunden zu erzeugen.

Aus Gründen der Transparenz und Fairness haben wir unsere Mitarbeiter nun aufgefordert, diese Bewertungen zu löschen oder entsprechend zu kennzeichnen.“

Im Sinne der Fairness gegenüber Kunden und Wettbewerbern hoffe ich, dass die Mitarbeiter der Aufforderung nun auch nachkommen. Ich hoffe allerdings, dass sie die Bewertungen löschen. Denn eine ordentliche Kennzeichnung ist gar nicht möglich, in der Übersicht in den Google Suchergebnisse wird es keineswegs klar, dass es sich um Mitarbeiterbewertungen handelt.


Jeder Chef ist begeistert, wenn die eigenen Mitarbeiter vom eigenen Unternehmen begeistert sind. Bei aller Euphorie und Begeisterung sollte man aber die Jubelstürme der Mitarbeiter immer in die richtigen Bahnen lenken. Insbesondere, wenn die Begeisterung der Mitarbeiter in Form von Bewertungen im Internet auch noch digitalisiert werden soll. So mancher Chef macht das dann richtig und fordert seine Mitarbeiter auf (wenn sie denn begeistert sind), die Firma bei kununu zu bewerten. (Im folgenden Text verwende ich das Wort Mitarbeiter und meine damit sowohl feste als auch freie Mitarbeiter)

Bei optiopay.de, das von den Geschäftsführern Marcus Börner und Oliver Oster geleitet wird, sind die Mitarbeiter scheinbar auch sehr begeistert. So begeistert, dass sie bei Google das eigene Unternehmen bewerten, ohne dass sie offenbaren, Mitarbeiter des Unternehmens zu sein, oder für die Firma zu arbeiten oder gearbeitet zu haben.

Es handelt sich hier zwar nur um 6 Bewertungen, aber es geht um Grundsätzliches. Denn bei Google Bewertungen handelt es sich in der Regel um Kundenrezensionen. In den Richtlinien für Renzensionen bei Google heißt es z.B.:

„Rezensionen zu Ihrem Brancheneintrag oder zu Unternehmen, deren Website Sie besucht haben, müssen ehrliche und objektive Kundenerfahrungen enthalten.“ 

Kundenerfahrungen. Natürlich können Mitarbeiter auch gleichzeitig Kunden sein, aber auch Google empfiehlt, dass Mitarbeiter nicht das eigene Unternehmen bewerten sollten:

Interessenkonflikte: Rezensionen sind am wertvollsten, wenn sie ehrlich und unvoreingenommen sind. Daher sollten beispielsweise Geschäftsinhaber und ihre Mitarbeiter darauf verzichten, das eigene Unternehmen bzw. den eigenen Arbeitsgeber zu bewerten.“

In meinen Augen sollten Mitarbeiter grundsätzlich nicht die eigene Firma bewerten, weder vor, noch während, noch nach dem Beschäftigungsverhältnis. Insbesondere dann nicht, wenn nicht offenbart wird, dass man Mitarbeiter war oder ist, bzw. für die Firma gearbeitet hat. Mitarbeiter können ihren Arbeitgeber bei kununu bewerten.

Wenn ein leitender Mitarbeiter dieser Firma nun auf Google den Kundenservice mit den Worten „Sehr netter Kundenservice“ und 5 Sternen bewertet, halte ich das für irreführend.

Wenn man einmal recherchiert, wer dieses Unternehmen wann bewertet hat und wann die- oder derjenige bei oder für optiopay gearbeitet hat (eigene Informationen auf den linkedin Profilen), so ergibt sich folgendes Bild:

  1. Bewertung vor einem Jahr, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitet seit Aug 2015 bei optiopay
  2. Bewertung vor einem Jahr, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitete von Dez 2015 – Aug 2016 bei optiopay
  3. Bewertung vor einem Jahr, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitet seit Jul 2014 bei optiopay
  4. Bewertung vor 5 Monaten, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitet seit Feb 2016 bei optiopay
  5. Bewertung vor einem Monat, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitete von Mai 2016 – Nov 2016 bei optiopay
  6. Bewertung letzte Woche, 5 Sterne, Mitarbeiter/in arbeitet seit Aug 2017 bei optiopay

Die Angaben zum Zeitpunkt der Bewertungen bei Google sind nur ungefähre Angaben, Google zeigt heutzutage keine genauen Daten mehr an. Bei 4 Bewertungen kann man aber auf jeden Fall sagen, dass der/die Mitarbeiter/in zum Zeitpunkt der Bewertung bei/für optiopay gearbeitet hat.

Es sind nur wenige Bewertungen, aber der Punkt ist, dass die Bewertenden nicht ordentlich über ihre Verbindung zu optiopay aufklären. Zudem sind diese Bewertungen zum derzeitigen Zeitpunkt in der Überzahl, weil es erste wenige Bewertungen für optiopay gibt.

Bitte um Stellungnahme von optiopay

Ich habe optiopay am 23.08.2017 um Stellungnahme zu dem Sachverhalt gebeten, es hat allerdings niemand reagiert.

Eine der Bewertungen (Nr. 6 oben) wurde allerdings nach meiner Anfrage geschrieben. Vielleicht wurde meine Email bisher gar nicht gelesen?

Fazit und Empfehlung

Auch wenn ich davon ausgehe, dass die Mitarbeiter lediglich aus eigener Motivation heraus gehandelt haben, die Firma optiopay also gar nichts für diese Bewertungen  kann, sollte man sich im Unternehmen doch überlegen, ob man die (Ex-) Mitarbeiter/innen  bittet, die Bewertungen zu löschen. Damit würde die recht prominent in der Google Suche angezeigte Durchschnittsbewertung auf mindestens 3,0 fallen, aber man sollte doch davon ausgehen, dass optiopay auch ein paar zufriedene Kunden hat, bzw. haben wird, die in Zukunft auch mal eine Bewertung schreiben.

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