Gütesiegel sind heutzutage sehr beliebt. Bei Kunden und Unternehmen gleichermaßen. Jedes Unternehmen freut sich deshalb, wenn es bei einem seriösen Anbieter getestet und zum Testsieger erklärt wurde. Das ist gut für das Image und hilft bei den eigenen Werbekampagnen.

Aber leider missbrauchen viele Unternehmen auch Tests und Testergebnisse. Sie verwenden die Auszeichnung mehrere Jahre, verwenden Gütesiegel für bestimmte Produkte auch bei der Bewerbung anderer Produkte oder verschweigen andere relevante Informationen aus dem gleichen Test.

Wie zum Beispiel die Opodo.de Flugsuche, die sich bei Google selber als „Testsieger“ bewirbt. In der Google Anzeige weist Opodo.de auf sein Ergebnis hin: Öko-Test 1. Rang bei Preissuche“. Da bekommt man den Eindruck, dass Opodo Testsieger beim Ökotest Preistest war. 

Das hat uns ziemlich überrascht, da bei unserem eigenen Preistest für die Flugsuche der Anbieter Opodo.de eher mit fehlenden Verfügbarkeiten der gesuchten Strecken geglänzt hat.

Nachdem wir die Pressesektion von opodo.de gelesen haben, verfliegt unsere Überraschung zumindest ein wenig. Der Preistest von Ökotest stammt aus dem Januar 2011, liegt also mehr als 3,5 Jahre zurück. Bei Opodo.de scheint man der Meinung zu sein, dass sich am Markt nicht viel getan hat und dass man diese Auszeichnung mit Würde tragen kann.

Statt Überraschung stellt sich deshalb Verwunderung ein, wenn man die Informationen über den Preistest von Ökotest liest. Dort wird die Bewertung „gut“ für Bedienungsfreundlichkeit aufgeführt, wie auch die Note 1,5 für Bedienungsfreundlichkeit und die Service Hotline. Die Auszeichnung als Testsieger wird hier allerdings nicht mehr erwähnt, nur der „Rang 1.“ in der Rangliste der Preissuche. Also ist Opodo.de doch kein „Testsieger“ bei Ökotest.

Aber ist vielleicht Opodo.de in einem anderen Test Testsieger geworden? Nein, Fehlanzeige. Bei getestet.de wurde Opodo.de zwar  im Jahre 2011 „Kategoriesieger“ und bei einem Test des AK Konsumentenschutz Oberösterreich bezeichnet sich selber ganz kreativ als einen von „3 Testsiegern“, aber von der Auszeichnung „Testsieger“ fehlt jede Spur. 

Aber noch einmal zurück zur Ökotest Preissuche: Der Test ist nicht nur veraltet, Opodo.de nicht nur kein ausgezeichneter Testsieger, der Test wurde von Opodo.de auch extrem geschönt. Denn in diesem Test wurde jede Flugsuchmaschine von Ökotest und auch Opodo direkt kritisiert:

  • In der Pressemitteilung zum Test heißt es: „Denn kein Online-Reisebüro und keine Flugpreissuchmaschine suchen zuverlässig bei allen Abfragen die günstigsten Preise heraus“
  • N-tv.de schreibt zum Test: Opodo, Billigflieger, Skyscanner und Swoodoo fanden im Test am häufigsten den günstigsten Preis. Wer allerdings nicht aufpasst, bekommt noch zusätzliche Leistungen automatisch dazugebucht. So ist bei Opodo beispielsweise eine Reiserücktrittskostenversicherung und ein Opodo-Service-Paket automatisch mit ausgewählt. Gesamtkosten: 27,90 Euro. Eigentlich ist dieses Verfahren rechtlich mehr als fragwürdig.“

Wie wir aus Gerichtsurteilen und aus der Presse zu mehreren Unister-Verfahren wissen, ist in der Tat die automatische Kopplung von Flug und Versicherung nicht nur „rechtlich mehr als fragwürdig“, sondern rechtlich nicht zulässig.

Opodo.de hat diese Kopplung zwar abgestellt. Dass Opodo.de aber im Jahr 2014 mit einer erfundenen Auszeichnung als Testsieger wirbt, basierend auf einem Test, in dem Opodo zu Recht rechtlich fragwürdiges Verhalten vorgeworfen wurde, halten wir für ebenso rechtlich fragwürdig wie auch extrem dreist.

Deshalb: Rote Karte für Opodo!

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