Update 26.04.2017: Ein Screenshot eines Auszuges der Stellungnahme von Shopdoc findet ihr hier.

Anzeige

Update 20.04.2017: Das Fake-Facebookprofil von Florian Berger war schon am gleichen Tag nach Veröffentlichung des Artikels nicht mehr aktiv (entweder wurde es gelöscht oder deaktiviert). Heute ist nun auch das Fake-Profil auf Linkedin nicht mehr aktiv.


Originalartikel vom 18.04.2017: Fake-Profile gibt es in den sozialen Medien wie Sand am Meer. Vor einigen Wochen ging es aber im Ecommerce-Blog wortfilter.de um eine ganz besondere Fake-Geschichte. Ein Mitarbeiter der SAC Solutions GmbH, die z.B. onpagedoc.com und shopdoc.de betreiben, hat nicht nur unter dem Fake-Namen „Florian Berger“ ein Fake-Facebook Profil betrieben, sondern laut des Berichts mit diesem Namen auch während einer Veranstaltung Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) unterschrieben. Aber nicht nur auf Facebook wurde ein Fake-Profil unter dem Namen Florian Berger betrieben, sondern weitere Fake-Profile auch auf Linkedin und XING.

Nachdem der Mitarbeiter zugegeben hat, dass Florian Berger ein Fake-Name ist, hätte man eigentlich erwarten können, dass das Facebook Profil auf seinen echten Namen umgeschrieben wird, da man ansonsten die Sperrung oder Löschung des Profils riskiert.

Schließlich verstoßen Fake-Namen gegen die Nutzungsbedingungen für Facebook. Dort heißt es unter Punkt 4, Registrierung und Kontosicherheit,

„Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen“

Anzeige

Diesbezüglich passierte aber nichts, das Profil wurde unter dem Namen „Florian Berger“ weiterbetrieben.

Jetzt mag der ein oder andere einwenden, dass ziemlich viele Menschen auf Facebook ihre echten Namen nicht benutzen. Das stimmt, ich denke aber, dass es einen großen Unterschied macht, ob man Facebook nur privat nutzt und seine Privatsphäre schützen möchte oder ob man mit seinem Profil mit (potentiellen) Geschäftspartnern auch geschäftlich kommuniziert und auch mit dem selber Namen den Eindruck erweckt, dass es sich um einen echten Namen handelt. Insbesondere, wenn man auch auf XING oder Linkedin diesen Namen verwendet.

Da ich schon gezweifelt habe, dass man den Fake-Namen freiwillig ändert, wollte ich nacheinander testen, wie schnell XING, Linkedin und Facebook auf Hinweise bzgl. eines Fake-Profils reagieren, wenn man sich an die Presseabteilung wendet. Gerade bei Facebook macht es nämlich fast keinen Sinn ein Fake-Profil, das unter einem normalen Namen betrieben wird, zu melden, wenn es nicht offensichtlich aus dem Profil selber hervorgeht. Denn bei Facebooks Meldefunktion fehlt ein Freitextfeld für erklärende Kommentare.

Hinweis an XING

Als erstes habe ich XING am Tag der Veröffentlichung des Artikels auf wortfilter.de gebeten, sich das Fake-Profil anzuschauen, dem 26.3.2017, am 28.3. habe ich XING auf die Stellungnahme auf Facebook hingewiesen, in der zugegeben wird, dass es sich um einen Fake-Namen handelt. Am 29.3.2017 war das XING Profil unter dem Namen „Florian Berger“ https://www.xing.com/profile/Florian_Berger53 nicht mehr erreichbar.

Hinweis an Facebook

Am 28.3. habe ich die deutsche Presseabteilung auf Facebook um Klarstellung gebeten, ob Fake-Namen verwendet werden dürfen und auch auf die Stellungnahme auf Facebook hingewiesen, in der zugegeben wird, dass es sich um einen Fake-Namen handelt. Wohlgemerkt auf die die Stellungnahme von dem Profil, um das es sich bei der Fake-Meldung handelt. Einen Tag später habe ich die Presseabteilung auch darauf hingewiesen, dass das XING Profil gesperrt ist. Die Presseabteilung hat schnell geantwortet, am 03.04.2017 schrieb man mir:

„Wie im Hilfebereich zu finden, ist Facebook eine Gemeinschaft, in der alle Personen den Namen verwenden, mit dem sie im alltäglichen Leben am häufigsten angesprochen werden. Nähere Informationen zu den Richtlinien finden sie im Hilfebereich: https://www.facebook.com/help/112146705538576

Anzeige

Sollte mit einem Profil auf Facebook etwas nicht in Ordnung sein, so können sie dieses jederzeit melden. Dazu gehen sie einfach auf das Profil und wählen „Melden“ und den Grund, weshalb sie das Profil melden möchten. Außerdem können sie die Person direkt an gleicher Stelle blockieren, was weitere Kontaktaufnahmen verhindert.

Der Hinweis auf die „Melden Funktion“ von einem Mitarbeiter von Facebook hat mich dann allerdings doch überrascht. Wie sollte ein Kundendienstmitarbeiter von Facebook erkennen können, dass es sich um einen Fake-Namen handelt? Man ist ja als User nicht in der Lage Belege mitzuschicken. Nach Rückfrage erklärte man mir allerdings  am 4.4.2017

„Ich habe das Profil bereits an die entsprechenden Kollegen gemeldet. Diese schauen sich diesen Fall gerade an.

Ich möchte sie noch einmal bitten, dass sie in solchen Fällen weiterhin die „Melden“-Funktion nutzen. Es gibt dort eine eigene Option für Profile, die keine echte Person darstellen bzw. einen falschen Namen verwenden. „Melden“ ist die einfachste Möglichkeit, die Kollegen über solche Vorfälle zu informieren.“

Aber auch jetzt, 14 Tage nachdem die Kollegen sich den Fall „gerade“ angeschaut haben, ist nichts passiert. Das Profil ist weiterhin aktiv, weiterhin unter dem Namen Florian Berger aktiv. Auch wenn man in Klammern (Amzseo Support Team) hinter den Fake-Namen schreibt, wird hier ein Fake-Profil betrieben, von dem behauptet wird, es sei „Marketing Manager“ bei Shopdoc und es hätte an der Universität zu Köln studiert. Neben den falschen Angaben verstößt die Firma, bzw. der Betreiber des Profils auch noch in einem weiteren Punkt gegen die Facebook AGB: „

„Du wirst dein Passwort (oder deinen geheimen Schlüssel, wenn du ein Entwickler bist) nicht weitergeben, keine andere Person auf dein Konto zugreifen lassen, …“

Denn auf das Profil hatten offenbar mehrere Mitarbeiter Zugriff

„Unter diesem Account haben die kompetentesten der inzwischen rund 15 Mitarbeiter von Shopdoc mit Kunden kommuniziert.“

Sieht man bei Facebook keinen Handlungsbedarf bei einem Fake-Profil mit fast 5.000 Kontakten?

Hinweis an Linkedin

Bei der deutschen Presseleiterin habe ich am 01.04.2017 nachgefragt, wie auch bei Facebook mit Hinweis auf die Stellungnahme des Fake-Profils und belegtem Hinweis darauf, dass das Florian Berger Profil bei XING gesperrt wurde.

Linkedin hat mir in einer Antwort vom 03.04.2017 bestätigt, dass Nutzer keine Fake-Profile anlegen dürfen und dass man die Angelegenheit an das „Trust&Security“ Team weitergeleitet hat, das den Fall „umgehend“ prüfen würde.

Aber auch hier scheint man nicht von der schnellen Truppe zu sein, das Fake-Profil „Florian Berger“ inklusive verfremdeten Photo ist zwei Wochen nach der Antwort von linkedin immer noch aktiv https://www.linkedin.com/in/florian-berger-59212999/

Als normaler User könnte ich das Profil auch wie bei Facebook nur allgemein melden, ohne weitergehende Hinweise geben zu können. Aber vielleicht würde das eh nichts bringen, wenn selbst ein Hinweis der Presseabteilung gar nicht, nicht ausreichend oder sehr langsam bearbeitet wird.

Fazit

Lediglich der deutsche Anbieter XING  hat schnell reagiert und das Fake-Profil von Shopdoc / Onpagedoc / SAC Solutions gesperrt. Bei Facebook und Linkedin ist nach mehreren Wochen selbst nach internem Hinweis durch die Presseabteilung nach außen hin nichts passiert. Ein normaler Nutzer hätte sich da wahrscheinlich den Hinweis per „Melden-Funktion“ komplett sparen können, da er keine zusätzlichen Belege den Anbieter übermitteln kann.

 

 

Leave a Reply