Update 10.11.2016 – stellenportal.de hat jetzt auch die Advertorials auf focus.de, handelsblatt.com und n-tv.de geändert. Es wird nicht mehr auf der Testbericht bei firmentest.de erwähnt, sondern nur noch der von ausgezeichnet.org. Wohlgemerkt bei einem Artikel, auf der 1.November 2016 datiert ist, an dem der Testbericht bei ausgezeichnet.org noch nicht veröffentlicht war und unseres Wissens nach auch noch nicht abgeschlossen.

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Originalartikel vom 08.11.2016 – Letzte Woche wurde ich auf die Job-Plattform stellenportal.de hingewiesen, betrieben von der stellenportal.de GmbH, deren Geschäftsführer Jens Kunath ist. Grund war ein Test-Gütesiegel, das auf der Webseite von stellenportal.de zu sehen war und das stellenportal.de als Testsieger auswies (siehe Artikelbild: Screenshot einer Unterseite von firmentest.de am 01.11.2016). Laut Gütesiegel wurde stellenportal im September 2016 von firmentest.de getestet und in diesem Rahmen als Testsieger ausgezeichnet.

Der Testsieg wurde auch in einem einem Werbespot, das auf youtube veröffentlicht wurde, erwähnt (der jetzt gelöscht ist) und in mehreren anderen Veröffentlichungen, u.a. auch auf der Facebook Seite von stellenportal.de

Was aber nicht erwähnt wird, bzw. wurde: firmentest.de wurde laut Impressum letzter Woche von der Care Verlag GmbH betrieben, deren Geschäftsführer ebenfalls Jens Kunath ist. Meine Erachtens ist dies schon relevant, wenn eine Firma eine andere testet und denselben Geschäftsführer hat und sollte erwähnt werden.

Der Testbericht bei firmentest.de

Den Test auf den sich das Gütesiegel stützte, konnte ich auf firmentest.de auf Anhieb allerdinsg nicht entdecken, weder habe ich ihn auf der Startseite gefunden, noch konnte ich den Test über die Google Suche finden. Ich habe den Test allerdings entdeckt, indem ich URL geraten habe. Unter http://www.firmentest.de/testbericht-stellenportal war der Bericht letzte Woche einsehbar.

Hier bin ich allerdings über einen kleinen Schönheitsfehler des Testes gestoßen: Im Testbericht hieß es:

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„Ein weiterer Indikator: Bei Facebook lässt sich die Akzeptanz von Online-Stellenbörsen an den Follower-Zahlen gut ablesen. Monster steht hier mit 483.000 Followern an der Spitze. Stellenportal.de kommt auf 78.000 Follower. Es folgen Stepstone (67.000), Stellenanzeigen.de (24.000) und Jobs.de (8.000). [Stand: 09/16]“

Während die Fan-Angaben der anderen Jobseiten plausibel erscheinen (aufgrund der heutigen Fanzahlen), schien man sich bei firmentest.de hinsichtlich der Fanzahlen von stellenportal.de enorm geirrt zu haben: Die Fanseite  von   stellenportal.de hat derzeit nur 334 Fans (Stand 08.11.2016).

Kontakt mit dem Kundendienst von stellenportal.de

Auf der Fanseite habe ich dann eine Nachricht an den Kundeservice geschickt und gefragt, wieviele Besucher stellenportal.de monatlich besuchen; immerhin schreibt man auf der Webseite im Bereich „Für Arbeitgeber“: „1.400.000 Jobsuchende erhalten regelmäßig unseren Newsletter mit den neuesten offenen Stellenangeboten.“, reichweitenstark durch umfangreiche Marketingmaßnahmen“ undUm möglichst viele Stellensuchende auf Ihr Angebot aufmerksam zu machen, schaltet Stellenportal.de umfangreiche Werbemaßnahmen im Fernsehen, Out of Home und im Internet.“

Die Antwort des Facebook Kundenservice:

„Wir hatten im Oktober 2,12 Millionen Besucher gehabt.“

Einschätzung des Traffics von stellenportal.de

Diese Zahl fand ich dann doch überraschend, habe ich doch noch nie etwas über stellenportal.de gehört. Deshalb habe ich Johan Hülsen, Geschäftsführer, Geschäftsführer der Wingmen Online Marketing GmbH, der sich mit Online Marketing und Trafficschätzungen auskennt, gefragt, ob er die Angabe von 2,12 Millionen Besucher im Monat Oktober als realistisch erachtet. Seine Antwort:

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„Laut Similarweb hat die Domain 115 Besucher im letzten Monat gehabt. Die hohe Anzahl Direct-Einstiege, die geringe Anzahl indexierter Seiten (19!) und nicht vorhandene Rankings, Google-Sichtbarkeit, organische Erwähnungen im Netz oder Social Shares zeigen, dass eine Reichweite von mehr als 100 Visits auf dieser Domain im Monat sehr unwahrscheinlich ist.

Visits in der genannten Größenordnung >2 Mio. finde ich extrem unwahrscheinlich. Zum einen wäre die Seite in ihrer Struktur und einem Shared-Hosting diesem Trafficvolumen vermutlich nur schwer gewachsen. Zum anderen würde dies bedeuten, dass die Domain ähnlich viel Traffic wie monster.de oder kimeta.de erzeugen würde. Dermaßen große Abweichungen (Faktor 20.000) zwischen Similarweb und realen Trafficdaten habe ich noch nicht gesehen.“

Ebenso verwundert hat mich die Aussage auf der Arbeitgeberinformationsseite, dass man „die Stellenanzeigen bei den führenden Suchmaschinen liste“. Ich jedenfalls verstehe darunter, dass die Anzeigen auf stellenportal.de z.B. auch über Google auffindbar sind. Am 1. November habe ich allerdings nur 3 Unterseiten von stellenportal.de im Google Index gesehen, eine Woche später (Stand 08.11.2016) waren es, wie Johan Hülsen oben schon schreibt „ungefähr  19“ Seiten. Grundsätzlich ist es natürlich nicht notwendig, dass eine Webseite viele Unterseiten im Google Index hat und viele Seiten im Index bedeuten nicht gleichzeitig auch viele Besucher (z.B. wenn diese Seite bei Google schlecht ranken), aber hier hätte ich erwartet, dass mehr Seiten im Google Index zu finden sind. Zum Vergleich: monster.de hat 4,9 Millionen Seiten im Index, stepstone.de 1,7 Millionen Seiten, jobs.de 895.000 Seiten, stellenanzeigen.de 802.000 Seiten.

Keine Stellungnahme, aber mehrere Änderungen auf stellenportal.de

Ich habe Herrn Kunath dann um Stellungnahme gebeten, zu einer offiziellen Stellungnahme war Herr Kunath allerdings nicht bereit.

Im Laufe der letzten Tage gab es allerdings ein paar Änderungen auf den Seiten stellenportal.de und firmentest.de, bzw. auf dem youtube Channel von stellenportal.de

  • Das Testsieger Gütesiegel von firmentest.de wurde auf der Webseite stellenportal.de an mehreren Stellen entfernt
  • Unter der URL http://www.firmentest.de/testbericht-stellenportal ist der Testbericht zu den Jobportalen nicht mehr zu finden. Man kann den Testbericht allerdings immer noch bei archive.org einsehen (das Layout ist etwas verschoben, der Text ist allerdings so, wie vorher auf der Webseite angezeigt)
  • Ein Video / Werbespot von stellenportal.de in dem das firmentest.de Testsieger Gütesiegel integriert war, wurde auf Youtube gelöscht .
  • Das Impressum von firmentest.de wurde geändert. Die Webseite wird laut Impressum nicht mehr von der Care Verlag GmbH betrieben, sondern von der AD20 Internet GmbH, deren Geschäftsführer Herr Holger Bickel. Herr Bickel ist laut seinem XING Profil allerdings auch mit dem Care Verlag verbunden und seit 2012 dort „Director „Sales.“ Die Domain gehört laut denic (Stand 08.11.2016) allerdings immer noch Herrn Jens Kunath.

Nicht geändert wurden die von stellenportal.de selber veröffentlichten Artikel in den  Unternehmensanzeigenbereichen von handelsblatt.com, n-tv.de und focus.de.

Dort heißt es: „Firmentest.de hat daher fünf große Jobportale getestet. Dabei konnte insbesondere Stellenportal.de überzeugen, das mit der Bewertung „sehr gut“ (1,2) Testsieger wurde.“

Bei diesem Artikel schreibt stellenportal.de „Zurzeit sind auf stellenportal.de 354.508 Stellenanzeigen geschaltet und 750.000 Jobsuchende registriert. Das Stellenportal hat zudem zahlreiche Follower bei Facebook.“

Im Unternehmensbereich von Handelsblatt.com schreibt stellenportal.de: „Im Vergleichstest von Firmentest konnte sich stellenportal.de gegen fünf andere bekannte Jobbörsen durchsetzen.“ und ebenso: „und die zahlreichen Facebook-Freunde machen stellenportal.de für Arbeitgeber attraktiv.“

Diese Texte sind keine Veröffentlichungen von Redakteuren von Handelsblatt, n-tv und focus sondern von stellenportal.de (oder einem Dienstleister) gegen Gebühr selber veröffentlichte Texte. Insofern ist auch hier verwunderlich, dass in diesen Texten, für die sich laut Artikelimpressum ein Mitarbeiter der stellenportal.de GmbH verantwortlich zeichnet, von einer hohen Zahl an Facebook „Follower“n oder Facebook Freunden gesprochen wird. Man kann natürlich in manchen Zusammenhängen auch bei 334 (Zahl der Facebook Fans von stellenportal.de am 08.11.2016) Personen von zahlreich sprechen, ich allerdings halte diese Formulierung in diesem Zusammenhang doch für etwas übertrieben. Ebenso verwunderlich ist es, dass von 5 anderen Jobbörsen gesprochen wird, ich habe nur 4 andere Anbieter im Test finden können.

Das Testsieger Siegel von firmentest.de ist also an ein paar Stellen verschwunden, an anderen Stellen wird der Test immer noch referenziert. Dass man das Siegel nicht verwendet, ist allerdings auch kein Beinbruch für stellenportal.de.

Stellenportal.de wird wieder getestet

Wie der Zufall so will kann sich stellenportal.de glücklicherweise dennoch weiterhin Testsieger nennen und ein anderes Gütesiegel verwenden, da stellenportal.de nun von ausgezeichnet.org in einem Branchentest für Jobbbörsen ausgezeichnet wurde. Der Test wurde laut telefonischer Auskunft von ausgezeichnet.org letzten Freitag abgeschlossen.

Das neue Gütesiegel wurde seitens stellenportal.de dann auch gleich in das Video von stellenportal.de eingebaut, das neue Video war gestern Mittag zu sehen. Der Test auf ausgezeichnet.org wurde gestern Abend veröffentlicht.

Nicht nur beim Timing des Branchentestes scheint der Zufall seine Hand im Spiel gehabt zu haben, sondern auch bei der Formulierung des Einleitungstextes durch den Redakteur von ausgezeichnet.org.

Meines Erachtens gibt es mehrere Ähnlichkeiten bei Formulierungen und Satzabfolge, wenn man den Text von ausgezeichnet.org mit dem von firmentest.de vergleicht. Damit es aber jeder selber nachvollziehen und selber bewerten kann,  habe ich die beiden Introtexte von firmentest.de (auf der vorherigen URL gelöscht) und ausgezeichnet.org Satz für Satz nebeneinandergestellt. Vielleicht gibt es aber auch irgendeine Vorlage für Einleitungstexte im Internet für Tests, die ich nicht kenne.

Einleitungstext firmentest.de (09/2016) Einleitungstext ausgezeichnet.org (11/2016)
Online-Recruiting steht hoch im Kurs.

 

 

 

Unternehmen nutzen zusätzlich zu ihrer eigenen Unternehmenswebseite auch Internet-Stellenbörsen, um qualifizierte Kandidaten für vakante Positionen zu finden. Ergänzend zur eigenen Unternehmenswebsite nutzen immer mehr Unternehmen auch Stellenbörsen im Internet, um qualifizierte Kandidaten für die vakante Position im Unternehmen zu finden.
Diese Stellenbörsen haben den Vorteil, dass Unternehmen eine große Anzahl an Nutzern gleichzeitig erreichen können und eben diese Nutzer schneller auf Angebote stoßen, die zu ihnen passen. Die Online-Stellenbörsen haben gegenüber der Website den Vorteil, dass eine große Anzahl an Nutzern gleichzeitig erreicht werden kann und Unternehmen somit schneller den passenden Mitarbeiter finden.
In Deutschland sind bereits 70 Prozent aller Unternehmen auf Stellenbörsen im Internet vertreten. Aus diesen Gründen sind deutschlandweit bereits ca. 70 Prozent aller Unternehmen auf Online-Stellenbörsen zu finden.
Hier ist die Chance, dass Bewerber und Unternehmen zusammenfinden, viel höher, als bei der Arbeitsagentur oder klassischen Printmedien. Außerdem ist auch die Chance, dass Bewerber und Unternehmen zusammenfinden, bei den Stellenbörsen im Internet höher als beispielsweise bei Printanzeigen.

 

Auf dem Markt für Stellenbörsen gibt es unterschiedliche Anbieter, die zum Teil Zusatzservices anbieten, die sie besonders attraktiv machen
Wenig überraschend ist es daher, dass auch die Anzahl der Anbieter von Stellenbörsen im Internet weiter steigt.
Wo finden Bewerber und Unternehmen die besten Voraussetzungen? Doch welche Stellenbörse kann die Wünsche von Bewerbern und Unternehmen gleichermaßen erfüllen?
Firmentest.de hat dazu fünf große Online-Stellenbörsen in vorher festgelegten Kategorien untersucht und verglichen. Zur Beantwortung dieser Frage hat AUSGEZEICHNET.ORG fünf große Online-Stellenbörsen in den Kategorien Internetauftritt, Leistungsumfang, Preis & Angebot und Support untersucht und verglichen.

Mir persönlich ist allerdings schleierhaft, wie ein Branchentest aussagekräftig sein soll, der nur 5 Anbieter einer Branche aufführt und der Trafficschätzungen auf der eigenen Domain der Anbieter nicht in den Vergleich mit aufnimmt. Quantität ist natürlich nicht alles und viele kleine spezialisierte Anbieter sind in vielen Branchen für Unternehmen interessanter als die großen Portale, weil sie in ihrer Branche die richtigen Bewerber bieten, aber für einen Vergleich oder Test der großen Jobbörsen sollte meines Erachtens die Reichweite auf der eigenen Domain eines Anbieters ein Kriterium sein. Schließlich schreibt ausgezeichnet.org:

Zur Beantwortung dieser Frage hat AUSGEZEICHNET.ORG fünf große Online-Stellenbörsen in den Kategorien Internetauftritt, Leistungsumfang, Preis & Angebot und Support untersucht und verglichen.“

Und für mich heißt „Größe“ nicht die Anzahl der aufgelisteten Jobs auf einer Webseite, insbesondere wenn viele der Stellenanzeigen wie bei stellenportal.de über den Whitelabel Anbieter classmarkets.com per Schnittstelle eingespielt werden, sondern die Reichweite. Und ein Teil der Reichweite besteht auch aus dem Traffic der eigenen Webseite. Mich überzeugt der „Branchentest“ von ausgezeichnet demzufolge überhaupt nicht, insofern auch nicht der „Testsieg“ von stellenportal.de. Genauso wenig, wie mich inhaltlich der Test von firmentest.de überzeugt hat. Dort wurde auch nicht auf die monatliche Besucherzahl auf der eigenen Webseite der Jobbörsen abgestellt.

Empfehlung

Ich jedenfalls empfehle generell jedem Unternehmen vor der Schaltung von Jobanzeigen sich mit „Kollegen“ anderer Unternehmen aus der eigenen Branche auszutauschen, mit welcher Jobbörse  diese sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Denn viele Tests machen vor allem eines nicht: den Realitätscheck. Z.B. in Form von echten Stellenanzeigen, die von echten Unternehmen geschaltet werden und bei der dann die Anzahl und Qualität der Bewerber gemessen wird. Denn nur der würde wirklich zeigen, wie gut eine Jobbörse für die eigene Branche und für die eigene Firma geeignet ist. Und diesem Realitätscheck am nächsten kommen meines Erachtens vor allem Empfehlungen von den für die Personalsuche Verantwortlichen  in der gleichen Branche.

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