Der ein oder andere hat es ja im letzten, bzw. vorletzten Jahr mitbekommen. Ein mit einem zweistelligen Millionenbetrag finanziertes Berliner Startup hatte mich 2015, ca. 4 Wochen nach einer größeren Finanzierungsrunde abgemahnt, weil der Geschäftsführer mit meinen kritischen Artikel über das wiederholt irreführende Vorgehen der Firma nicht einverstanden war.

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Vielleicht hat man gedacht, dass alleine schon die Abmahnung einer Berliner Großkanzlei Eindruck machen würde und dass ich das Risiko eines anschließenden Prozesses scheue, aber scheinbar hat man nicht lang genug nachgedacht. Ich habe die Frist zur Abgabe der Unterlassungserklärung natürlich verstreichen lassen, meine Kritik war und ist ja berechtigt.

Ein paar Wochen ist dann nichts passiert, vor Weihnachten 2015 kam dann die Klage. Das Berliner Startup hatte die Berliner Großkanzlei gegen den Berliner Blogger vor dem Landgericht Köln einreichen lassen. Macht Sinn, schließlich gibt es den fliegenden Gerichtsstand und so sind dann im nächsten Jahr auch alle Anwälte, bzw. Anwältinnen nach Köln geflogen.

Ende Juli 2016 wurde dann das Urteil verkündet: Klage wurde abgewiesen, die Klägerin, also das klagende Startup, musste alle Kosten tragen. Das Urteil wurde dann auch rechtskräftig, Berufung wurde nicht eingelegt. Zwar ist das Verfahren jetzt schon ein paar Monate her, aber da der ein oder andere doch am genauen Ausgang interessiert war, habe ich bei nrwe.de, der Urteilsdatenbank in Nordrhein-Westfalen, die Veröffentlichung des Urteils beantragt.

Das Urteil ist in voller Länge jetzt hier nachzulesen. Nicht nur ein Sieg für toptestsieger.de, sondern auch ein Sieg für den Verbraucherschutz. Ein herzlicher Dank geht natürlich nochmal an die mich vertretenden Anwältinnen. Merci! Und wer noch einen Tipp braucht, mit welcher Großkanzlei er lieber nicht Blogger abmahnen sollte: meldet Euch gerne.

 

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