Den Artikel möchte ich mit einem großen „Dankeschön“ starten. Ein „Dankeschön“ an hunderte (tausende?) Gruppenmoderatoren von Wohnungsgruppen (und eigentlich aller Gruppen) auf Facebook, die viel Arbeit & Zeit in die Verwaltung und Pflege ihrer Gruppen hineinstecken, damit es auch auf Facebook einen unkomplizierten Kanal für Wohnungs- / Zimmersuchende und –anbieter gibt. Neue Mitglieder müssen zur Gruppen hinzugefügt werden,  schon fast klassischer Kreditspam muss gelöscht werden (welcher Moderator kennt ihn nicht und verflucht alle Kreditspambots dieser Welt, wenn er mal wieder gefühlte 50 Spamkommentare löschen muss), nur einer von wahrscheinlich 100 Spamkategorien. Also, liebe Moderatoren: Dankeschön! (Man möge mir das leichte Klopfen auf die eigene Schulter verzeihen, weil ich auch diverse Wohnungsgruppen verwalte, z.b. Wohnungen Hamburg / Berlin oder Berlin Startup Flats & Flatshares)

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Aber gerade weil ich diverse Wohnungsgruppen verwalte, möchte ich ein immer wieder auftretendes Phänomen in meinen Gruppen ansprechen: Gruppen-Spam-Postings durch Wohnungsplattformen oder Affiliatepartner von Wohnungsplattformen.

Insbesondere, weil gerade besonders hartnäckig durch viele „indonesische“ Facebookprofile Links zu einer Plattform wieder und wieder posten:  uniplaces.com. Seit mehreren Monaten werden meine Gruppen von „indonesischen“ Profilen heimgesucht, die Links zu dieser Plattform in der Gruppe veröffentlichen.

Durch wen dies veranlasst ist, weiß ich letzten Endes nicht. Denkbar ist bei allen Aktionen im Internet auch, dass jemand anderes der Plattform schaden möchte. Allerdings bin ich nach mehreren Beschwerden auf der Facebookseite von uniplaces.com einfach gesperrt worden. Ich hätte mir an dieser Stelle gewünscht, dass sich jemand von uniplaces bei mir meldet und ggf. die Angelegenheit aufklärt, bzw. erklärt. Meine Erfahrung mit uniplaces war also nicht die beste.

Ich möchte die Gruppenmoderatoren unter Euch Lesern also für das Thema generell sensibilisieren und freue mich über jedes Feedback, wie Ihr  das Thema (und auch generell anderen Spam) seht, welche Erfahrungen Ihr habt welche Tipps & Tricks ihr für die Bekämpfung von Gruppen Spam geben könnt.

Spam Postings in meinen Gruppen nenne ich alle Beiträge, die entweder überhaupt gar kein Angebot oder Gesuch bzgl. Wohnungen, Zimmer oder WG sind oder Beiträge, bei denen der Verfasser die Anzeige direkt oder indirekt für die jeweilige Plattform in der Gruppe veröffentlicht. In meinen Gruppen ist das auch explizit Spam weil ich in der Gruppenbeschreibung klar definiert habe, dass jegliche gewerbliche Beiträge nicht erlaubt sind.

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Lesetipp:

Die besten Tipps für die Wohnungsbewerbung


Es gibt mehrere

Arten von Postings

die ich den letzten Jahren in meinen Gruppen gesehen habe:

1. Beiträge werden von

  • eigenen Mitarbeitern oder Praktikanten
  • eigenen Fakeprofilen
  • oder Affiliatepartnern (entweder mit natürlichen oder Fakeprofilen) veröffentlicht, die z.B. pro Klick auf den Link bezahlt werden. (Dies erkennt man z.B. daran, dass in einer URL noch „identifizierende“ IDs angehängt werden: z.B. = supertollegroesstewohnungsplattform.de/?id=8kjuejs. Die andere Variante ist, dass Affiliatepartner erstmal auf eigene Webseiten lenken, auf der das Angebot steht, die nach dem Klick auf ein Bild dort dann aber zu einer anderen Immobilienplattform umleitet.)
  • Ich selber zähle auch Angebote von anderen gewerblichen Anbietern dazu, die selber die Wohnungen / Zimmer vermieten, entweder als Ferienwohnung / Zimmer oder als möblierte Wohnung / Zimmer mit Aufschlag auf die normale Miete. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Angebot stark zunehmen, wenn man sie einmal zulässt, für die meisten User ist das nicht interessant. Kostenpflichtige Werbeangebote für gewerbliche (Weiter-) Vermietung gibt es genug.

Alternativ werden nicht direkt die Links der Plattformen gepostet, sondern Links von Linkverkürzer genommen: z.B. goo.gl oder bitly.com. Entweder, weil Facebook die URLs schon aufgrund von vielen Meldungen schon (zeitweise) gesperrt hat oder um eine Sperrung zu verhindern.

2. Alternativ werden auch Kommentare unter Wohnungsanzeigen oder Wohnungsgesuchen gepostet. In meinen Gruppen wird zur Zeit wiederholt von asiatischen Profilen ohne Bezug zu Berlin die Webseite roomster.com empfohlen.

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Ich spreche in diesem Artikel übrigens nicht von Postings oder Kommentaren von Plattformen, die ihre eigenen Gruppen offiziell betreiben und dort dann auch Postings von ihrer Plattform posten, das finde ich auf jeden Fall legitim (auch wenn Facebook offiziell sagt, dass Gruppen nicht gewerblich betrieben werden dürfen.) Ebenso wenig meine ich Gruppen, die klar auf Ferienwohnungsangebote ausgerichtet sind, auch da ist es nachvollziehbar, dass gewerbliche Angebote gepostet werden.

„Wo ist das Problem?“

Mag sich mancher denken. „Es werden doch Angebote veröffentlicht“. Das ist auch meistens die Antwort der Plattformen oder Affiliatepartner, wenn man sie darauf anspricht, das gewerbliche Posten doch zu unterlassen.

Das Problem

Es gibt aber vor allem ein Problem:

Viele User sehen / verstehen nicht, dass die Anzeige nicht durch den Anbieter, Noch-Vormieter oder potentiellen Mitbewohner gepostet wurde und schreiben demjenigen eine private Nachricht auf Facebook, in der Hoffnung, dem Anbieter besonders schnell geantwortet zu haben.  Im besten Fall bekommt man dann noch zeitversetzte Antwort von dem postenden Profil, dass man direkt den Anbieter auf der jeweiligen Plattform anschreiben soll, im schlechtesten Fall bekommt man niemals Antwort und natürlich auch keine Einladung zur Wohnungsbesichtigung oder ein WG Vorstellungsgespräch. Man hat ja niemals den richtigen Anbieter angeschrieben.

Werbeanbieter müssen Anzeigen eigentlich klar als Werbeanzeigen kennzeichnen oder kennzeichnen lassen. Die Anbieter tun dies allerdings in den mir bekannten Fällen nicht, weil die Postings nicht in Absprache mit den Gruppenadmins  erfolgen, keine der in meinen Gruppen spammenden Plattformen hat mich vorher um Erlaubnis gefragt und scheinbar hat auch keiner der dafür verantwortlichen Personen die Gruppenbeschreibungen mit den Gruppenregeln gelesen.

Aber nicht nur der User kann einen Nachteil durch die fehlende Transparenz haben, auch die Gruppe leidet: je mehr Spam, je mehr qualitativ schlechte Angebote, desto unattraktiver sind die Facebook Wohnungsgruppen. Wenn die Gruppen nur zum Abladeplatz überteuerter Wohnungen, Abzocker-WG Angebote, Ferienwohnungsposts und Spam von diversen Wohnungsplattformen werden, werden mehr und mehr User die Gruppen verlassen oder einfach die Benachrichtigungen ausstellen.

Zwischendurch also auch mal ein Appell an die User:

Postet nicht nur Eure WG und Immobilienscout Links in die Gruppen, sondern stellt die Angebote doch mal zuerst in die Gruppen ein. Eure Gruppenadmins werden es Euch danken.

Zurück zu den Spammern:

Ich habe in den meisten Fällen die Plattformen oder die postenden User direkt angeschrieben oder das den Firmen auf die firmeneigene Facebook Seite geschrieben und gebeten, den Spam in meinen Gruppen zu unterlassen. Keine einzige Plattform hat es freiwillig unterlassen, weitere Spampostings in meinen Gruppen zu unterlassen.

Facebook Gruppen als kostenloser Trafficlieferant

Manchmal haben Mitarbeiter von den Plattformen geantwortet, in manchen nicht. Es wurden in jedem Fall auch nach meinen Nachrichten weitere Anzeigen in den Gruppen veröffentlicht. Die Facebook Wohnungsgruppen werden von den verantwortlichen Marketingmanagern dabei als kostenloser Trafficlieferant gesehen, die Arbeit dabei haben die Gruppenadministratoren, die die Gruppen hegen und pflegen, aber keinen Cent sehen.

Tipps für Gruppenadmins:

Will man als Gruppenadministrator Spam vermeiden, muss man sich zwangsläufig etwas mehr Arbeit machen. Gerade bei der Moderation der User, die der Gruppe beitreten wollen. Macht man sich diese Arbeit nicht, hat man noch mehr Arbeit mit dem dauernden Löschen von Spampostings und Kommentaren.

Hier als meine persönlichen Tipps (wenn ihr noch zusätzliche habt oder Feedback zu den Tipps, dann postet doch bitte in den Kommentaren, ich aktualisiere die Tipps dann nochmal).

1. Gruppenbeitrittsanfragen

Am besten (leider auch am aufwendigsten) bekämpft man Spam, indem man ihn verhindert und die Beitrittsanfragen für die Gruppen bearbeitet und nicht nur pauschal alle User zur Gruppe hinzufügt.

– Nichtverlinkte Profile in schwarzer Schrift blockieren.

Normalerweise ist in der Liste mit den Beitrittsanfragen der jeweilige Name mit dem jeweiligen Profil des Users verlinkt, die Schrift ist in Blau. Spamprofile blocken allerdings oft den Moderator, weil früher die Moderatoren dann die Postings und die Kommentare in der Gruppe nicht gesehen haben.

– Profile, die weniger als einen Monat (oder 5 Tage) auf Facebook registriert sind, entweder blockieren oder ignorieren.

Es mag sein, dass dadurch mancher User, der sich wirklich gerade erst angemeldet hat, unter „die Räder kommt“, weil er einfach wirklich ein neuer Facebook User ist, meine Erfahrung ist jedoch, dass in den meisten Fällen ein Fake Profil dahintersteht.

– Profile, die Mitglied von hunderten von Gruppen sind blockieren oder ignorieren, wenn sie nicht wie natürlich Profile aussehen.

Zugegeben, ich würde unter diese Regel auch Fallen, weil ich berufsbedingt einfach in vielen Internetgruppen angemeldet bin, aber ich schaue bei solchen Profilen einfach auf das Profil des Users. Wenn das relativ „natürlich“ aussieht, d.h. natürlich aussehende Postings in Deutsch zu unterschiedlichen Themen, lass ich das Profil zur Gruppe zu.

– Profile, die ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben prüfen und ggf. ignorieren oder blocken.

Bei meinen Gruppen ist dies generell schwierig, weil in Berlin auch viele aus ihrem Heimatland heraus schon suchen, weil sie bald nach Berlin ziehen wollen, aber man kann nach ein paar Profilen schon recht gut unterscheiden, was Spam- oder Fake-Profile sind und welche Profile „natürlich“ aussehen.

– Bei 100%igen Spammerprofilen sollte man sich ebenfalls die Profile anschauen, die evtl. das Fakeprofil zur Gruppe hinzugefügt haben und diese, wenn sie ebenfalls sichere Spammerprofile sind  entweder aus der Gruppen entfernen oder für die Gruppe blocken.

Gleiches gilt für Profile, die mit dem Profil „befreundet“ sind und 100%ige Spammerprofile.

2b. Spampostings und Kommentare

– Spampostings lösche ich direkt, das postende Mitglied wird gelöscht und für die Gruppe blockiert.

Am Anfang habe ich immer noch freundlich darauf hingewiesen, dass ich beim nächsten Mal den User blockiere, aber meine hat gezeigt: das bringt nichts, rein gar nicht.

– Bei Spamkommentaren lösche und blockiere ich zuerst (wenn z.B. das Profil noch Kommentare postet) den User, bevor ich dann die Kommentare lösche.

Gerade wenn man gerade am Rechner ist, kann man sich es dann ersparen, 30 Kommentare unter diversen Posts zu löschen.

2a. Trojanische Pferde

Vor 2b. kommt allerdings erstmal 2a.

– Bevor man Spampostings und Kommentare löscht, sollte man schauen, ob das Spamprofil von einem anderen User zur Gruppe hinzugefügt wurde und dann das hinzufügende Profil ebenfalls aus der Gruppe löschen.

Damit erspart man sich einiges an Arbeit. Weil viele Gruppenmoderatoren eher Profile zur Gruppe zulassen, die von anderen Gruppenmitgliedern hinzugefügt wurden, sind scheinbar manche Spammer dazu übergegangen, erstmal „trojanische Pferde“ in die Gruppen „einzuschleusen“, um dauerhaft und kontinuierlich die Gruppen anzuzapfen. Ich denke, dass es Profile gibt, die selber nie Spam posten, sondern nur dafür gedacht sind, andere Spamprofile zu Gruppen hinzuzufügen.

3. Gruppenregeln einführen

In den meisten Gruppen gibt es schon Gruppenregeln, wer aber noch keine hat, sollte Regeln einführen und kommerzielle Postings ausschließen, damit es mit den Anbietern gar keine Diskussion gibt.

4. Genehmigung durch Gruppenposts

Generell gibt es natürlich auch die Möglichkeit,  in den Gruppeneinstellungen zu bestimmen, dass jeder Beitrag durch einen Admin freigegeben werden muss. Ich habe das mal ausprobiert, halte das aber für noch mehr Arbeit, als den Spam zu löschen, bzw. die Mitgliederanfragen zu bearbeiten. Zuviel hängt ansonsten in der Schleife und man muss als Gruppenadmin 3 mal am Tag Posts bearbeiten.

5. User sensibilisieren

Ruft Eure User auch zwischendurch immer mal wieder auf, Wohnungsspam zu melden. Gruppenadministratoren helfen diese Meldungen enorm, weil man auch eine Benachrichtigung von Facebook bekommt und so schneller Spam entdeckt und entfernen kann.

6. Beschwerden bei den Anbietern

Auch wenn eine einzelne Beschwerde die Anbieter nicht groß stört, beschwert Euch trotzdem auf der Facebook Seite über den Spam. Vielleicht helfen ja ein paar hundert Beschwerden.

7. Beschwerden bei Facebook

Als Otto-Normal-User oder Gruppenadmin hat man beim Giganten Facebook natürlich wenig Gehör, aber als ich vor 2 Jahren einmal gegen Spam in meinen Gruppen von einer deutschen WG Plattform gekämpft hat, hat mir ein Bekannter (vielen Dank nochmal!) einen Kontakt zu Facebook Deutschland hergestellt. Und es hat wirklich funktioniert. Sie haben Dutzende von Fake Profilen gelöscht. Allerdings werden Beschwerden einzelner Gruppenmoderatoren in der Regel nicht groß Gehör bei Facebook finden. Deshalb würde ich auch gerne Beschwerden hier in den Kommentaren sammeln, vielleicht kommen ja genügend zusammen.

 

Es gibt mit Sicherheit auch noch mehr Tipps und Tricks und Erfahrungen. Ich freue mich über jeden hilfreichen Kommentar von Euch, nicht nur von denen, die mit Uniplaces Erfahrungen gemacht haben.

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